| 15.19 Uhr

Tote bei Explosion in Duisburg
Polizei stellt Suche nach drittem Todesopfer ein

Tote bei Explosion im Hafen Duisburg
Tote bei Explosion im Hafen Duisburg FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Am Tag nach der tödlichen Explosion im Duisburger Hafen haben Leichenspürhunde und Taucher nach dem vermissten dritten Arbeiter gesucht - ohne Erfolg. Die Suche soll erst am Montag fortgesetzt werden. Die Polizei sieht keine Chance mehr, den Mann lebend zu finden.

Weder die Hunde noch das eingesetzte Sonargerät führten die Polizei zu dem vermissten Mann, sagte Polizeisprecher Ramon van der Maat unserer Redaktion. Am Montag soll die Suche fortgesetzt werden, dann würde ein Fotograf unter Wasser Bilder machen, die anschließend ausgewertet werden sollen.

Das Schiff lag für eine Generalinspektion im Hafenbecken der Duisburger Werft, als es gegen 8.40 Uhr zu einer Explosion in einem der Laderäume kam. Durch die Wucht der Explosion wurden zwei Arbeiter getötet und mehrere Hundert Meter weit an Land geschleudert. Das Vorderdeck des Binnentankschiffs "Julius Rütgers" wurde komplett zerstört. Schiffsteile wurden noch in einer Entfernung von mehr als einem halben Kilometer entdeckt. 

Explosion in Duisburg: Tankschiff explodiert im Hafen

Hunde schlagen bei Leichengeruch an

Auch am Tag nach dem Unglück lief fieberhaft die Suche nach dem vermissten dritten Werftarbeiter. Doch es gibt keine Hoffnung, dass er das Unglück überlebt hat. Besonders ausgebildete Leichenspürhunde der Rettungsspezialisten der ISAR wurden eingesetzt: Die Tiere werden mit Booten über das Wasser gefahren und schlagen an, wenn sie Leichengeruch im Wasser wahrnehmen. Das war am Mittag passiert: Ein Hund bellte in einem Bereich hinter dem zerstörten Schiff. Doch die Untersuchung des Bereichs mit einem Sonargerät hat kein Ergebnis gebracht. 

Taucher und Hunde suchen nach Leiche im Hafen Duisburg FOTO: Christoph Reichwein

Schweißgerät könnte Ursache ein

In dem völlig zerstörten Schiff wurde ein Schweißgerät gefunden, wie Polizeisprecher Ramon van der Maat unserer Redaktion sagte. Unklar ist, ob Arbeiten mit dem Gerät zu der Explosion geführt haben könnten. Das soll ein Gutachter feststellen. Van der Maat zufolge lag das Gutachten am Freitagabend noch nicht vor, der Gutachter werde noch einige Tage brauchen.

Noch Gas im Schiff?

Die Polizei geht weiterhin von einer Gasexplosion aus. Offenbar waren die Tanks vor dem Einlaufen in die Werft nicht gelüftet worden. Tankschiffe dürfen eine Werft nur ohne Ladung anlaufen. Der Schiffsführer muss zudem ein sogenanntes Gaszertifikat vorlegen, das unter anderem bescheinigt, dass an Bord keine entflammbaren Stoffe austreten beziehungsweise noch in der Luft liegen können. "Ob diese Bescheinigung vorgelegen hat oder nicht, müssen wir noch klären", so der Polizeisprecher.

Nach der Explosion war über der Werft eine hohe Rauchsäule zu sehen. Ein Großaufgebot der Feuerwehr konnte den Brand aber bereits nach rund einer Stunde löschen. Die Staatsanwaltschaft schaltete einen Brandsachverständigen ein. Das Landesumweltamt ordnete Wasserproben an. 

Viele Anwohner zeigen sich nach dem Unglück in der Schiffswerft in Meiderich bestürzt und berichten, die Druckwelle selbst gespürt zu haben.

(top/csh/csk/dpa)
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