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Duisburg
Fairer Arbeitsmarkt ist win-win-Situation

Duisburg: Fairer Arbeitsmarkt ist win-win-Situation
Im Berufsinformationszentrum (BiZ) der Arbeitsagentur an der Wintgensstraße in Duissern kann man sich über freie Stellen und Berufsausbildungen informieren. Zurzeit gibt es dort eine Ausstellung zum Thema "faire Arbeit". FOTO: crei
Duisburg. Die Agentur für Arbeit an der Wintgensstraße stellt derzeit eine Wanderausstellung in ihrem Berufsinformationszentrum aus, die Besucher über faire Löhne, Minijobs und Leiharbeit informiert. Von Jan Luhrenberg

Faire Arbeit ist in Nordrhein-Westfalen zwar kein Fremdwort, dennoch sieht die regionale Politik in diesem Bereich noch Luft nach oben. Aus diesem Grund hat sie im Februar 2013 die Initiative "Faire Arbeit - Fairer Wettbewerb" ins Leben gerufen. Ziel der Landesinitiative ist es, gute Beispiele für faire Arbeit zu verbreiten sowie unsichere und schlecht bezahlte Beschäftigung zurückzudrängen. Zu diesem Zweck wurde auch eine gleichnamige Wanderausstellung entwickelt, die seit gestern und noch bis zum 9. Dezember im Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit an der Wintgensstraße aufgebaut ist.

Auf zwölf Bannern informiert das zuständige Landes-Ministerium über fairen Lohn, Leiharbeit und Minijobs. Dabei liefert die Ausstellung nicht nur Fakten, sondern auch Beispiele aus dem Alltag, indem Personen zu Wort kommen, die hautnah von dem Thema betroffen sind. So wird deutlich, dass nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Arbeitgeber von einem fairen Arbeitsmarkt profitieren.

Zudem liegen im BiZ sieben Flyer aus, in denen weiterführende Informationen enthalten sind. Unter anderem stehen in ihnen Tipps für Zeitarbeitskräfte. Zudem liefern sie Wissenswertes für Arbeitgeber, die Minijobs anbieten.

So wird zum Beispiel deutlich, dass auch Arbeitgeber davon profitieren, wenn sie Minijobber fest anstellen. Denn wird ein Angestellter sozialversicherungspflichtig, dann verringert sich der zu tragende Sozialversicherungsbeitrag des Arbeitgebers um knapp 40 Euro. Die Ausstellung trifft den Nerv der Zeit und legt offen, an welchen Schrauben noch gedreht werden muss. Leiharbeit boomt - die Zahl der Leiharbeitnehmer hat sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre verdoppelt. Dabei verdienen solche Angestellte aber in der Regel nur halb so viel wie das Stammpersonal, und nur sieben Prozent von ihnen schaffen den Sprung in eine reguläre Beschäftigung.

Eine größere Dimension hat die Sparte der Minijobs erreicht: Über 1,7 Millionen Menschen in NRW gehen einer solchen Beschäftigung nach. Aber nicht einmal die Hälfte von ihnen erhält bezahlten Urlaub oder Lohn im Krankheitsfall. Auch der Mindestlohn, der die Situation der Minijobber erheblich verbessern sollte, wird noch nicht konsequent umgesetzt. Satte 50 Prozent der Minijobber aus NRW verdienen noch weniger als 8,50 Euro in der Stunde.

"Es geht nicht nur um einen fairen Arbeitsmarkt", so Dieter Lieske von der IG Metall Duisburg-Dinslaken. "Es geht vor allem um Menschen und ihre Zukunft." Es sei ein Unding, dass Menschen trotz vorhandener Arbeit nicht mit ihrem Geld auskommen und das Gehalt vom Amt aufstocken lassen müssen.

Aus diesem Grund ist das BiZ auch ein guter Platz für die Wanderausstellung. "Die Ausstellung hat schon viele Stationen hinter sich", sagt Barbara Molitor vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW. "Aber hier haben wir andere Chancen, die Themen und Inhalte an die Menschen heranzutragen, da hier die Menschen hinkommen, die wir erreichen wollen."

Die Ausstellung verfolgt neben der Information der betroffenen Bürger noch ein weiteres Ziel, und zwar beratend zur Seite zu stehen. Dazu liefert die Ausstellung unter anderem auch alle wichtigen Rufnummern und Ansprechpartner, an die sich die Betroffenen wenden können.

Die Ausstellung verfolge das gleiche Ziel wie die Agentur für Arbeit, erklärt Ulrich Käser, Geschäftsführer der Agentur in Duisburg. "Menschen sollen dauerhaft in einen Beruf vermittelt werden", so Käser. "Das geht aber nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen."

Dazu gehöre zum Beispiel auch ein fairer Lohn. "Menschen sollen in der Lage sein, in dem für sie geeigneten Beruf das nötige Einkommen zum Lebensunterhalt zu erzielen", ergänzt der Geschäftsführer.

Quelle: RP
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