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Duisburg
Farbenfroh-berührendes Märchen

Duisburg. Im Theater am Marientor, für Musicals gebaut, begeistert derzeit eine ungarische Produktion von "Die Schöne und das Biest", frei nach einem französischen Märchen und unter anderem verfilmt von Walt Disney. Von Volker Poley

Im Jahr 1994 begann am Broadway der bis heute andauernde überwältigende Erfolgsweg des Musicals "Die Schöne und das Biest". Am Freitag wurde im Theater am Marientor die NRW-Premiere gefeiert. Noch bis zum 31. Juli gastiert dort das Budapester Operetten- und Musical-Theater im Rahmen seiner Tournee durch Deutschland, Schweiz und Österreich.

Das ans Herz gehende Märchen um die schöne Belle (anmutig gespielt von Kitti Jenes), die das verzauberte schreckliche "Biest" durch ihre Zuneigung und Liebe wieder in einen liebenswerten Prinzen verwandelt, basiert auf einem französischen Märchen. Bevor die Musical-Fassung zum Welterfolg wurde, sorgte bereits die Kinoversion (Trickfilm, 1991) aus dem Hause Disney für volle Kinosäle.

Bei ihrer Suche nach dem Glück findet die Schöne Helfer in Hausgegenständen, die lebendig werden. FOTO: stefan malzkom (BB Promotion)

Die Premierenbesucher bekamen am Freitagabend ein berauschendes, farbenfrohes und berührendes musikalisches Märchen geboten. Dazu trugen nicht nur die 41 Darsteller - davon alleine 15 Solisten - sondern auch die 21 Musiker unter der Leitung von Orchesterchef Tamás Bolba wesentlich bei. Insgesamt umfasste das Team aus Budapest (mit Bühnentechnik) rund 100 Akteure.

Alle gemeinsam bereiteten den Besuchern einen Musicalabend, den sie wohl nicht so schnell vergessen werden. Beeindruckend waren die stimmungsvollen, bei Bedarf schnell wechselnden Bühnenbilder und die dazu passende Licht-Choreografie. Gemeinsam mit dem spielfreudigen Ensemble, hervorragenden Solisten und den gut aufgelegten Musikern entführte das Budapester Musical-Theater die Zuschauer in eine faszinierende Märchenwelt.

Bis die schöne Belle den verwunschenen Prinzen erlöst, kommt es zu einigen Verwicklungen. Eigentlich hat der zum schrecklichen Biest mutierte Prinz selbst Schuld an seinem Schicksal. Herzlos hatte er eine alte Bettlerin (hauptberuflich als Fee unterwegs) abgewiesen, die für eine Nacht Unterkunft in seinem Schloss suchte. Die so Abgewiesene verzauberte den Prinzen daraufhin in ein schreckliches Biest - mancher Besucher war froh, dass sich zwischen Bühne und Publikum noch der Orchestergraben befand -, das nur durch die Liebe wieder erlöst werden konnte.

Aber nicht nur der Prinz hatte schlechte Karten, auch das herrschaftliche Personal musste unter dem Fehlverhalten seines Herrn leiden. Das fand sich nämlich als ebenfalls verzaubertes, sprechendes Schloss-Interieur wieder und hoffte als Teekanne, Kommode, Kerzenleuchter, Uhr oder Staubwedel auf ein Ende des Zaubers ("Endlich wieder Mensch sein").

Ganz putzig dabei die Rolle der Teetasse "Tassilo", die von dem kleinen Kázmér Pongrácz pfiffig gespielt wurde. Dass das romantische Märchen dann doch noch das herbeigesehnte "Happy End" fand, lag eindeutig an der schönen Belle, der es gelang, das Herz des Biestes (böse gespielt von Sándor Barkóczi) mit Liebe zu erfüllen und aus dem grässlichen Untier - kurz vor Ablauf des von der Fee vorgegebenen Zeitfensters - wieder einen hübschen Prinzen zu machen. Dass von dem Liebesglück auch das verzauberte Personal profitierte, versteht sich von selbst.

Verzaubert war auch das Premierenpublikum, das dem Ensemble nach der rund zweistündigen Vorstellung lange stehend applaudierte.

Quelle: RP
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