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Duisburg
Farbwolken gegen das Grau in der Welt

Duisburg. Der international erfolgreiche Berliner Maler Christian Awe stellt im Duisburger Kunstverein aus. Von Peter Klucken

Gelegentlich malt er auch mal einen ganzen Fernsehturm an. Und gegenüber der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin schuf er ein 500 Quadratmeter großes grellbuntes Fassadenbild. Mittlerweile ist Christian Awe (Jahrgang 1978) nicht nur in der Berliner Kunstszene bekannt, sondern gehört zu den wenigen jüngeren deutschen Künstlern, die international erfolgreich sind. Zu Recht ist man im Kunstverein Duisburg stolz, eine Awe-Ausstellung im Atelierhaus am Weidenweg 10 präsentieren zu können. Am heutigen Freitag, 19 Uhr, wird sie in Anwesenheit des Künstlers eröffnet.

Seine Karriere begann Awe als Sprayer. Nach dem Abi wollte er zunächst Sport- und Kunstlehrer werden. Dann jedoch entschied er sich für die freie Kunst, studierte in Berlin bei Georg Baselitz und Daniel Richter. Anfangs, so erzählte er jetzt bei der Pressevorbesichtigung, habe er gegenständlich gezeichnet. Dann jedoch entdeckte er für sich das Spiel mit Farben, wohl auch angeregt durch den deutschen Expressionismus. Seit 2005 lebt Awe von seiner Malerei - mit wachsendem Erfolg. Mittlerweile kann er für seine großformatigen Gemälde (etwa 2,50 mal 3 Meter) Preise von rund 30.000 Euro verlangen. Er beschäftigt einen kleinen Mitarbeiterstab und wird von renommierten Galerien vertreten, u.a. von der Galerie Ludorff in Düsseldorf. Dennoch wirkt Awe nicht abgehoben, und einen Teil seiner Einkünfte steckt er in soziale Projekte. Seine Duisburger Ausstellung hat er mit dem Titel "Fluid" versehen, weil er bei seinen jüngeren Gemälden das Zusammenfließen der Farben als entscheidend ansieht. Awe schwelgt in Pigmenten. Er trägt Lacke, Tusche und vor allem Acryl-Sprühlack in fünf bis zu 15 Schichten auf. Fährt dann gelegentlich mit dem Spachtel durch die Farbwolken, in denen man unwillkürlich Tiere, Gesichter oder vertraute Gegenstände zu sehen meint - ganz so, wie es geschieht, wenn wir in einen bewölkten Himmel schauen. Allerdings sind Awes freie Farbstrukturen niemals so trist wie Regenwolken. Es scheint fast so, als ob der optimistisch wirkende Künstler gegen das Grau in der Welt anmalen würde.

Die Ausstellung kann bis zum 3. Mai freitags und samstags, jeweils von 17 bis 20 Uhr, sonntags von 14 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung besichtigt werden (Tel. 0203/ 7187841). Darüber hinaus lädt der Kunstverein für Sonntag, 17. April, von 11 bis 17 Uhr, zu einer Art Tag der offenen Tür ein, der von der Spardabank, die Jahrespartnerin des Duisburger Kunstverein ist, unterstützt wird. Auch an diesem Tag wird Christian Awe anwesend sein. Außerdem kann man Awe auf der Art Cologne treffen, die vom 14 bis 17. April stattfindet. Am "Sparda-Tag" sind auch die Ateliers geöffnet, eine Gruppe der Werkstatt für Menschen mit Behinderung malen ein Bild, und Christian Awe zeigt ein Video, das ihn bei der Arbeit zeigt. Für gastronomische Angebote sorgt das mobile Café Himmelreich.

Quelle: RP
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