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Duisburg
Feine Kammermusik von Bloch bis Weinberg

Duisburg. In die derzeit laufenden Jüdischen Kulturtage fügte sich das jüngste, erste Profile-Kammerkonzert der Duisburger Philharmoniker der neuen Saison 2016/17 im fast ganz gefüllten Opernfoyer im Theater. Es begann mit den "Paysages" (Landschaften", 1923) für Streichquartett von dem in Genf geborenen Ernest Bloch (1880-1959), im Tempo steigernd von der Arktis über die Alpen bis zur Südseeinsel Tongatapu. Von Ingo Hoddick

Die beiden beeindruckendsten Kompositionen stammten von Paul Ben-Haim (1897-1984), geboren als Paul Frankenburger in München und 1933 in das damalige Palästina gelangt. Seine Musik ist zum einen fest verankert in der europäischen Tradition von Johann Sebastian Bach bis Claude Debussy, zum anderen fließt bei ihm ausgeprägtes jüdisches Gedankengut ein. Die eine war Ben-Haims "Two Landscapes" ("Zwei Landschaften", 1939) für Viola und Klavier op. 27 und die andere sein Klarinettenquintett op. 31a (1941/65). Dazwischen kam noch die eher schwache Sonate für Klarinette und Klavier op. 28 (1945) von Mieczyslaw Weinberg (1919-1996), geboren in Warschau, dann vor den Nazis nach Osten ausgewichen und später ein Mitarbeiter von Dmitri Schostakowitsch.

Andreas Oberaigner (Klarinette), Nina Popotnig und Birgit Schnepper (Violine), Lolla Süßmilch (Viola), Fulbert Slencka (Violoncello) und Mirela Slencka (Klavier) präsentierten diese vier fast vergessenen, aber hörenswerten Werke mit überwältigender Klangkultur und viel kammermusikalischem Feinsinn. Vor allem der Bratschistin könnte man stundenlang zuhören. Am Ende vereinten sich alle fünf zu der relativ bekannten Ouvertüre über hebräische Themen op. 34 von Sergej Prokofjew. Der vor 125 Jahren geborene Komponist schrieb dieses Stück 1919 in New York für das jüdische Ensemble "Simro", dessen Mitglieder er alle noch von der gemeinsamen Studienzeit am St. Petersburger Konservatorium kannte.

Im nächsten, zweiten Profile-Konzert am Sonntag, 6. November, um 11 Uhr, spielen Stephan Dreizehnter (Flöte), Jens-Hinrich Thomsen (Fagott) und Dirk Wedmann (Klavier). Karten gibt es am einfachsten unter Telefon 0203 / 283 62 100.

Quelle: RP
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