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Duisburg
Fenster nach China bleibt geöffnet

Duisburg: Fenster nach China bleibt geöffnet
Die Germanistin Prof. Dr. Liang Liu (l.), chinesische Co-Direktorin des Konfuzius-Instituts, Bibliotheksdirektor Dr. Jan-Pieter Barbian und Susanne Löhr, Geschäftsführerin des Konfuzius-Instituts, freuen sich über die Fortsetzung der Kooperation. FOTO: christoph reichwein
Duisburg. Die Stadtbibliothek setzt im neuen Stadtfenster ihre Kooperation mit dem Konfuzius-Institut fort. Gestern brachten die neue Geschäftsführerin und die neue Co-Direktorin des in Duisburg beheimateten Instituts Buchpakete mit. Von Peter Klucken

"Chinesisch ist nicht schwer, aber anders", sagte gestern beim Pressegespräch die neue Geschäftsführerin des in Duisburg beheimateten Konfuzius-Instituts Metropole Ruhr, Susanne Löhr. Etwas später konterte Prof. Dr. Liang Liu, Germanistin und chinesische Co-Direktorin des Instituts, aus der Gegenperspektive: Die deutsche Sprache sei für Chinesen auch ganz anders. Susanne Löhr und Prof. Liang Liu gehören erst seit kurzem zur Leitung des Konfuzius-Instituts: Susanne Löhr ist die Nachfolgerin von Dr. Anja Senz, und Prof. Dr. Liang Liu löste Prof. Dr. Xu Kuanhua ab, der fünf Jahre lang Co-Direktor des Instituts gewesen war und der im Mai vertragsgemäß wieder an seine Heimatuniversität in Wuhan zurückgekehrt ist. Prof. Dr. Xu Kuanhua hatte die Kooperation mit der Stadtbibliothek mit begründet.

Der gestrige Pressetermin sollte vor allem verdeutlichen, dass die seit 2010 bestehende Kooperation zwischen Duisburger Stadtbibliothek und Konfuzius-Institut langfristig fortgesetzt werden soll. Zur Feier des Tages brachten Susanne Löhr und Prof. Dr. Liang Liu Buchpakte mit, die in den Bestand der Zentralbibliothek eingearbeitet werden. Dabei handelt es sich sowohl um Sachbücher als auch um schöngeistige Literatur von chinesischen Autoren.

Alle Bücher sind auf Deutsch. Mit einer Ausnahme: Ein zweisprachiges, deutsch-chinesisches Sachbuch, das sich an Chinesen wendet, die hier in Deutschland leben. In diesem lustig bebilderten Büchlein findet man Tipps, wie man in Deutschland eine Wohnung finden kann, wie man Parkautomaten bedient, wo man Handys kaufen kann und was es mit unseren Weihnachtsmärkten auf sich hat. Der Chinese wird das alles zur Kenntnis nehmen, wir Deutschen werden gelegentlich schmunzeln.

Aufgabe des Konfuzius-Instituts ist es, die Sprache, die Kultur und das Leben Chinas in Deutschland zu präsentieren. So werden in Duisburg in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Sprachkurse für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten, die sich offenbar wachsender Beliebtheit erfreuen. Außerdem organisiert das Konfuzius-Institut zahlreiche öffentliche Vortrags- und Diskussionsabende mit ausgewiesenen Fachleuten.

Ein besonders interessanter Abend steht kurz bevor: Am Montag, 23. November, 20 Uhr, stellt Prof. Dr. Thomas Heberer, deutscher Co-Direktor des Konfuzius-Instituts, das von ihm neu herausgegebene Buch "Mein Land und mein Volk" von Yutang Lin vor. Yutang Lin (1895-1976) veröffentlichte dieses Werk im Jahr 1936. Es galt Jahre lang als moderner Klassiker, der das chinesische Verständnis von Kunst, Religion, Familie, der Stellung von Mann und Frau sowie chinesische Konzepte des politischen Lebens den Europäern erklärte. Das Buch erschien in Europa zunächst in englischer Sprache und wurde auch aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Der Ostasienwissenschaftler Thomas Heberer (Jahrgang 1947), der auch Bücher vom Chinesischen ins Deutsche übersetzt hat, überarbeitete die vorliegende deutsche Fassung und schrieb eine Einleitung zu "Mein Land und mein Volk". In dieser Einleitung diskutiert er die aktuelle Relevanz des Bildes, das Lin von der chinesischen Kultur zeichnet. Am kommenden Montag wird Prof. Heberer das Werk im Café des Stadtfensters (Steinsche Gasse 26) vorstellen und einige Passagen daraus vorlesen. Bibliotheksdirektor Dr. Jan-Pieter Barbian wird in den "chinesischen Abend" einführen und, wenn eine Diskussion gewünscht wird, diese moderieren. Der Eintritt ist frei.

Quelle: RP
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