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Duisburg
Figuren zwischen körperlich und mystisch

Duisburg. Die "DU/ART"-Galerie am Dellplatz lädt zu ihrer Herbst-Ausstellung "figurativ"ein. Von Olaf Reifegerste

Drei bildende Künstler, drei Formen des Figürlichen, drei Herkünfte der Kunstwerke - so könnte man den Untertitel zur neuen Ausstellung in der Galerie von Gerhard Losemann und seiner Frau Rita Ehrig formulieren. Da ist als Erstes der Bildhauer Kurt Sandweg (1927-2008), von dem es verschiedene Körper in Form von Skulpturen und Radierungen zu sehen gibt. "Es ist jenes geradezu chthonische Element einer Bogenspannung durch den ganzen Körper (...), das die menschliche Figuration jener achtziger und neunziger Jahre als einen gleichsam naturnotwendigen (...) Körper erscheinen lässt", resümiert Susanne Höpner-Kühn in ihrer Retrospektive über das Lebenswerk Kurt Sandwegs.

Fast alle diese Sandweg-Kunstwerke stammen aus der Sammlung der Kurt-Sandweg-Stiftung, bis auf zwei Bronze-Skulpturen, die als Leihgaben der Familie Krings ("Ruhender") beziehungsweise des Lehmbruck-Museums ("Sitzender") kommen. Im Raum dahinter sind Werke von Gisela Schneider-Gehrke (1949-2001) zu sehen, deren Figuren eher geistig, ideell bis mystisch anmuten. "Nicht der mehr oder weniger geschlossene Körper einer Skulptur grenzt sich gegen den umgebenen Raum ab; der Freiraum zwischen und um die gesetzten Zeichen wird zur eigentlichen plastischen Arbeit", sagte sie einst über ihre Kunst. Ihre gezeigten Werke stammen allesamt aus dem Künstlernachlass, den Losemann/Ehrig von ihr bei sich am Dellplatz 8 lagern. Rund 2500 Exponate aus Künstlernachlässen haben die beiden bei "DU/ART" untergebracht, darunter neben den Schneider-Gehrke-Werken auch solche von Wilhelm Wiacker, Heinz Trökes, Hans-Joachim Herberts und Käte Augusti-Steinkamp. Die seit dem 28. Februar 2013 bestehende "DU/ART"-Galerie ist somit zudem auch Archiv und Atelier.

Als künstlerisches Bindeglied zwischen den Künsten Sandwegs und Schneider-Gehrkes, so hat Losemann die jetzige Ausstellung konzipiert, befinden sich fotografische Arbeiten von Evangelos Koukouwitakis (1956), der gleich nebenan auf der Goldstraße sein Atelier hat. "Durch Fragmentierung, Verzerrung und Auflösung, durch partielle Deutlichkeit oder Verschwommenheit wird den Köpergestalten oder Gesichtern ihre gegenständliche, realistische Abbildlichkeit genommen", schreibt Klaus-D. Kempmann über Koukouwitakis' Bilder.

Die Vernissage ist am morgigen Freitag um 19.30 Uhr. Die Galerie ist jeweils donnerstags und freitags von 18 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Quelle: RP
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