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Duisburg
Flottes "doppeltes Lottchen" im Theater

Duisburg: Flottes "doppeltes Lottchen" im Theater
Ausgesprochen bunt ging's in der Inszenierung des Rheinischen Landestheaters Neuss zu. Die Zuschauer fanden das toll. FOTO: Björn Hickmann
Duisburg. Weihnachtsmärchen 2015: Das Rheinische Landestheater Neuss gastierte im Theater mit einer gelungen aktualisierten Familientheater-Fassung des Jugendromans "Das doppelte Lottchen" von Erich Kästner. Von Ingo Hoddick

Wenn die großen Zuschauer ein Dauerschmunzeln im Gesicht haben und die vielen kleinen Zuschauer wie wild "Zu-ga-be, Zu-ga-be" rufen, dann hat das Theater viel richtig gemacht. Doch der Reihe nach. Erich Kästner hatte seinen 1949 erschienen Jugendroman "Das doppelte Lottchen" schon in der NS-Zeit als Film-Treatment konzipiert. Wegen eines Schreibverbots musste er aber bis nach 1945 warten, um es weiter verarbeiten zu können. Seit 1950 wurde der Roman zwölfmal sehr erfolgreich verfilmt. Jetzt gastierte das Rheinische Landestheater Neuss damit als diesjähriges Weihnachtsmärchen im gut gefüllten Großen Saal im Theater Duisburg.

Im Ferienlager in Seebühl am Bühlsee, in dem die elfjährige Luise Palfy aus Wien ihre Ferien verbringt, erscheint auf einmal ein neues Mädchen auf der Bildfläche: Lotte Körner aus München. Sie sieht genauso aus wie Luise. Schnell finden die beiden Mädchen heraus, dass sie Zwillinge sind und dass ihre Eltern sich und damit auch sie einfach getrennt haben. Lotte und Luise beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen und tauschen die Rollen: Luise fährt als Lotte nach München und Lotte als Luise nach Wien, um den jeweils verschollen geglaubten Elternteil kennenzulernen. Am Ende bringen die Zwillinge, die sich nie wieder auseinanderbringen lassen wollen, auch die Eltern wieder zusammen. Regisseur Joerg Bitterich hat das Familienstück behutsam ins Heute versetzt: Es gibt Handys, die Kinder im Ferienlager sagen "Krass, was geht" und eines der Mädchen, es ist Vegetarier, soll bei dem anderen Elternteil nun plötzlich Würste essen.

Sigrid Dispert und Anna Lisa Grebe überzeugten als flotte Lottchen. FOTO: Fotografie Bjoern Hickmann

Es geht darum, dass Kinder nicht "nur Kinder" sind, die an ihrer Situation nichts ändern können, oder in Bitterichs Worten: "Lotte und Luise schaffen es und erreichen ihr Ziel trotz aller Hindernisse, weil sie sich ein Herz nehmen und es gemeinsam anpacken." Vor allem aber ist das nun eine herrlich überdrehte Revue, vor einem Regenbogen und auf einem überlebensgroßen Memory-Spiel (Bühne: und Kostüme: Ivonne Theodora Storm). Die sechs Schauspielerinnen und Schauspieler bringen eine unglaubliche Spielfreude herüber, allen voran Sigrid Dispert und Anna Lisa Grebe als flotte Lottchen.

Quelle: RP
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