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Duisburg
Flüchtlinge: Großenbaumer wollen helfen

Duisburg: Flüchtlinge: Großenbaumer wollen helfen
An dieser Straße in Großenbaum sind Flüchtlinge untergebracht. Nun wollen sich auch Nachbarn um die Asylbewerber kümmern. FOTO: Paris
Duisburg. Mitglieder der Kirchengemeinden suchten lange vergeblich nach offiziellen Ansprechpartnern. Jetzt klingelten die Helfer bei den Asylbewerbern an. Die Bewohner zeigen großes Interesse an Deutschkursen. Von Gabriele Beautemps

28 Flüchtlinge vor allem aus Syrien und Eritrea, leben in den 14 Wohnungen am Reiserweg. In den Großenbaumer Gemeinden gibt es etliche Leute, die helfen wollten. Das ist bisher gescheitert, weil sie keinen Ansprechpartner finden, der sagen kann, was die Flüchtlinge wirklich brauchen. Karl-Heinz Burs von der St. Franziskus Gemeinde und der Großenbaumer Ratsherr Jürgen te Paß, der sich schon länger dort ehrenamtlich engagiert, haben jetzt gehandelt. Sie suchten das Gespräch mit den Asylbewerbern.

"Die Leute haben sich gefreut", sagt Burs. Er hat angefragt, ob Interesse an einem Deutschkursus besteht, eine ehemalige Lehrerin aus der evangelischen Gemeinde und er selbst würden einen solchen Kursus anbieten. Die Resonanz war eindeutig. "Die Leute wollen Deutsch lernen. Sie wollen nicht einfach nur herumsitzen", erzählt Burs.

In den Wohnungen leben Flüchtlinge, die wohl länger in Deutschland bleiben. Asylbewerber, deren Antrag kaum Chancen hat, werden in der Regel in Sammelunterkünften untergebracht. Zu den Bewohnern gehört ein Chirurg aus Syrien, ebenso ein Diplom-Ingenieur. Der Kontakt zur Nachbarschaft ist gut, der SPD-Politker te Paß hatte die Nachbarn frühzeitig informiert.

Die Asylbewerber haben sich Möbel vom Sperrmüll geholt. "Die grundsätzlichen Sachen sind vorhanden. Ich will am Wochenende in der Gemeinde einen Aufruf starten, damit wir Dinge besorgen, die noch fehlen", so Burs. Er denkt auch an ein kleines Willkommensfest. Die Flüchtlinge am Reiserweg werden von Mitarbeitern des Diakonischen Werks und des DRK betreut. Diese unterstützen bei Behördengängen, vermitteln Rechtsberatung. Jemand, der Hilfe von Ehrenamtlichen koordiniert, gibt es in Großenbaum nicht. "Es ist nicht möglich, dass wir gleichzeitig noch die sicher notwendige ehrenamtliche Unterstützung organisieren", sagt Stephan Kiepe-Fahrenholz vom Diakonischen Werk.

So telefonierte Renate Röttger, Gemeindereferentin von St. Franziskus, Tage lang hinter einem Ansprechpartner her. "Wir haben etliche Leute in der Gemeinde, die helfen wollen." Sie suchte nach einem Sozialarbeiter, der die Situation am Reiserweg kennt, der weiß, was gebraucht wird. Niemand konnte ihr einen Kontakt nennen. "Natürlich freuen wir uns sehr über Hilfsangebote aus der Bevölkerung. Das Problem ist, unsere Leute kommen nicht nach. Es treffen immer mehr Flüchtlinge ein, aber wir bekommen nicht mehr Personal bei den zuständigen Stellen", sagt Stadtsprecher Peter Hilbrands.

Es rufen auch über das Bürgerportal Duisburger an, die Hilfe anbieten. Manche offerieren auch Wohnungen. "Da muss man natürlich erst mal gucken, ob die Immobilien geeignet sind. Um eine Betreuung der Flüchtlinge zu gewährleisten, dürfen die einzelnen Wohnungen nicht zu sehr verstreut liegen".

Quelle: RP
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