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Duisburg
Flüchtlinge schreiben Brief an Bundeskanzlerin

Flüchtlinge schreiben offenen Brief an Angela Merkel
FOTO: dpa, fve
Duisburg. Asylsuchende, die in Duisburg und Mülheim wohnen, verabscheuen Kölner Vorkommnisse.

Angesichts der Vorkommnisse in Köln, bei der zahlreiche Frauen offenbar auch von Asylbewerbern sexuell bedrängt und bestohlen worden sind, haben Flüchtlinge aus Duisburg und Mülheim einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben. Wolf-Dieter Just vom Flüchtlingsrat Duisburg hat diesen Brief in seiner deutschen Übersetzung an die Rheinische Post weitergeleitet. Wolf-Dieter Just teilt in seinem Anschreiben mit: "Da sich gleich viele weitere Flüchtlinge diesem Brief anschließen wollten, haben sie den Brief ins Englische und Arabische übersetzt und eine Liste erstellt, in die sich Flüchtlinge (nur Flüchtlinge) dem Inhalt des Briefes anschließen können. Die Listen sollten bis zum 16. Januar an mich geschickt werden. Ich werde sie dann gesammelt an das Kanzleramt weiterleiten".

Hier der Brief der Flüchtlinge: "Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel, wir sind Flüchtlinge in Deutschland, geflohen vor Krieg und Terror, vor Bomben, politischer Verfolgung und sexuellen Übergriffen (z.B. des IS). Viele von uns haben gefährliche Fluchtwege hinter sich. Wir sind froh, endlich in Deutschland Schutz gefunden zu haben und sind dafür dem deutschen Volk und seiner Regierung sehr, sehr dankbar. Vor diesem Hintergrund sind wir entsetzt über das, was sich in der Sylvesternacht in Köln und anderen Städten zugetragen hat. Wir verabscheuen die sexuellen Übergriffe und Diebstahldelikte mutmaßlich durch Migranten und Flüchtlinge und verurteilen sie auf das schärfste. Auch für uns ist die Würde des Menschen unantastbar, ob Mann oder Frau. Auch für uns gilt ein strenges Diebstahlverbot. Auch für uns ist es selbstverständlich, die Gesetze des Aufnahmelandes zu achten. Viele von uns sind gläubige Muslime und Christen und teilen die Werte unserer Glaubensbrüder und -schwestern in diesem Land. Wir treten dafür ein, die Würde und Ehre von Frauen zu schützen, wie es Koran und Bibel gebieten. Für uns gilt das strenge Diebstahlverbot in Koran und Bibel. Die Muslime unter uns verweisen darüber hinaus auf das strenge Alkoholverbot. Die zehn Gebote der Bibel (2. Mose 20,2-17) haben ihre Entsprechung im Koran Sure 17, 22-39. Wir verpflichten uns im Rahmen unserer Möglichkeiten mitzuhelfen, dass sich Verbrechen wie die in Köln nicht wiederholen und die Gastfreundschaft der Deutschen missbraucht wird."

Unterschrieben ist der Brief von Anas Alhamsho aus Syrien und Asif aus Pakistan, die beide in Duisburg wohnen, sowie von Mohamed Alyaman Abbas Hamo und Zaher Shaar, die beide aus Syrien stammen und zurzeit in Mülheim leben.

Quelle: RP
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