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Duisburg
Flügel "zur Ansicht" bewährt sich beim Duoabend

Duisburg. Die beiden Folkwang-Professoren Jacek Klimkiewicz und Till Engel gastierten im "Kleinen Konzertsaal".

Jacek Klimkiewicz (Violine) und Till Engel (Klavier) sind langjährige und besonders bewährte Professoren an der Folkwang-Universität der Künste, auch und gerade am Campus Duisburg (die RP berichtete). Jetzt gaben sie im gut gefüllten Kleinen Konzertsaal einen profilierten Duoabend.

Wie es sich für eine Hochschule gehört, wurde nicht nur einfach gut musiziert. Auf der Bühne stand ein Flügel der Bayreuther Firma Steingraeber, den Folkwang zur Zeit "zur Ansicht" hat. Dieser hat einen Hebel, mit dem man die Tasten etwas tiefer legen kann, und einen zweiten, mit dem man zwischendurch eine Dämpfung auflegen kann, so dass der Klang sich dem eines Hammerflügels des 18. Jahrhunderts nähert. Sehr gut also für die experimentierfreudigen Sonaten für Klavier und Violine (in dieser Reihenfolge!) G-Dur KV 379 (373a, 1781) und B-Dur KV 454 (1784) von Wolfgang Amadeus Mozart, welche Engel und Klimkiewicz mit meist zielsicherer Artikulation und Phrasierung, aber eben auch mit klanglicher Konzentration vortrugen.

Nach der Pause gab es noch die ausgedehnte Sonate für Violine und Klavier A-Dur (1886) von César Franck, in der von dem vor 100 Jahren geborenen Yehudi Menuhin herausgegebenen Urfassung. Hier trafen die beiden Folkwang-Professoren in seltener Klarheit die spezielle Mischung dieses Werks aus Durchsichtigkeit und Überschwang, wozu sicher auch der vorzügliche Flügel beitrug.

Der Jubel war groß, und da Franck sich gewünscht hatte, dass neben seinen Werken immer etwas von Mozart gespielt wird, man auf die spätromantische Sonate außerdem nichts mehr draufpacken kann, gab es als Zugabe noch einen langsamen Satz aus einer anderen Sonate von Mozart.

(hod)
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