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Unsere Woche
FOC: Das Thema wurde einfach ausgesessen

Duisburg. Die sich abzeichnende Absage vom FOC ist bei der IHK und dem Einzelhandelsverband nicht auf Protest gestoßen. Beide sind von dem Projekt schon lange abgerückt, weil es für den Duisburger Einzelhandel mehr schädlich als nützlich wäre. Aus ihrer Sicht mag das zutreffen.

Aus ihrer Sicht mag das zutreffen. Aber der Arbeitsmarkt hätte profitiert. Die Stadt macht es sich sehr einfach, wenn sie nun dem Investor die Schuld gibt. Hätte sie das Factory Outlet Center wirklich gewollt, dann hätte sie sich dafür auch richtig stark machen müssen. Das war nicht der Fall. Stattdessen hat sie das Thema ausgesessen und den Umstand genutzt, dass das Projekt mit jedem Jahr mehr zerredet wurde. Sie muss damit rechnen, dass der Investor versuchen wird, zumindest einen Teil seiner Projektkosten zurückzubekommen. Angeblich hat er rund fünf Millionen Euro in die Planungen investiert.

Erklären muss die Stadt möglichst bald, was sie nun mit der maroden Rhein-Ruhr-Halle und der halb- leerstehenden Zinkhüttensiedlung anfangen will.

Doch wozu taugt ein so großes Areal in unmittelbarer Nähe zu einem Chemieunternehmen? Wohnbebauung kann es dort ja wohl kaum geben, das wäre doch viel zu gefährlich. Und Gewerbeansiedlungen? Dazu müssten sich erst einmal die passenden Investoren finden, die keine Angst vor Giftgaswolken haben und mit ihrem Lieferverkehr nicht die Kreuzung an der heutigen Rhein-Ruhr-Halle verstopfen. Denn das sind ja die aktuellen FOC-Probleme.

Ach ja, vom miesen Image Duisburgs, speziell Marxlohs, dürften sie sich ebenfalls nicht abschrecken lassen. Es ist unwahrscheinlich, dass die Stadtspitze einen Plan B in der Schublade liegen hat.

Darum droht, dass das FOC-Gelände genau so zu einem Beispiel für unrealisierte Großprojekte wird wie das am Güterbahnhof in der Innenstadt.

HILDEGARD CHUDOBBA

Quelle: RP
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