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Duisburg
FOC: Immer mehr Politiker wollen den Ausstieg

Duisburg: FOC: Immer mehr Politiker wollen den Ausstieg
Die Chancen auf Verwirklichung des Factory Outlet Centers in Marxloh scheinen immer geringer zu werden. FOTO: ARchiv
Duisburg. Selbst in der Politik, die das Factory Outlet Center (FOC) vor drei Jahren nahezu einstimmig beschlossen hatte, wächst die Front der Gegner des Megaprojekts in Hamborn: Grüne und Linke hatten sich bereits dagegen positioniert und würden im Rat für einen Ausstieg stimmen. Jetzt will SGU-Ratsherr Karl-Heinz Hagenbuck in einem Brief alle Ratsleute auffordern, ihren Beschluss zum Bau des Factory Outlet Centers aufzuheben. Von Ingo Blazejewski

"Die Planung war von Anfang an ein Fehler", sagt Hagenbuck. Er hatte damals schon gegen das FOC gestimmt und kann nicht verstehen, warum Duisburg nicht aus den Fehlern in der Nachbarstadt lernen will: "In Oberhausen zeigt sich doch, wie das Centro die Innenstadt kaputt gemacht hat", sagt Hagenbuck. Die gleiche Entwicklung werde auch Duisburg drohen: "Weder die umliegenden Stadtteile noch die Innenstadt werden profitieren. Denn die direkte Autobahnanbindung besagt doch: Direkt hin und sofort wieder zurück." SGU-Mann Hagenbuck hat sich im neuen Rat mit Piraten und Bürgerlich-Liberalen (BL) zur PSL-Fraktion zusammengeschlossen, innerhalb der Fraktion herrsche die gleiche Meinung.

Das geplante Outlet-Center in Duisburg - eine Chronologie FOTO: Douvil

"Ich bin nicht erst seit heute der Meinung, dass das FOC nicht kommen wird", sagt BL-Ratsherr Karsten Vüllings. Die Störfallproblematik spreche dagegen, das Gebaren des Investors, die anders als beim Vorbild Roermond fehlende Anbindung an die Stadtmitte und allein die Verkehrsproblematik: "In Roermond endet die dreispurig ausgebaute Autobahn fast vor den Türen des Outlets, dennoch gibt es dort Rückstaus. Ich frage mich, wie ein solches Verkehrsaufkommen an der A59-Ausfahrt in Hamborn abgewickelt werden soll", sagt Vüllings. "Ich glaube einfach, dass alle einfach nur Angst hat zuzugeben, dass das Ganze ein Schuss in den Ofen war." Die Debatte über den Bau des Outlet-Centers in Hamborn ist neu entflammt, weil sich für die Stadt jetzt die letzte Gelegenheit zum Ausstieg aus dem Projekt bietet: Der vor drei Jahren geschlossene Vertrag über den Kauf des städtischen Grundstücks sieht sowohl für den Investor als auch für die Stadt ein Rücktrittsrecht vor. Diese Ausstiegsklausel tritt in Kraft, wenn bis zum 30. Juni 2014 keine Baugenehmigung vorliegt.

Da dies nicht der Fall ist, wird der Rat wohl in seiner nächsten Sitzung Ende September vor der Entscheidung stehen, ob er das Projekt in Hamborn nun beerdigt oder ob er weiterhin an dem Investor festhält. Die Debatte könnte durch ein neues Buch des Architekten Walter Brune angereichert werden: Der 88-Jährige, der innerstädtische Einkaufszentren wie die "Kö-Galerie" und die "Schadow-Arkaden" in Düsseldorf geplant hat, greift in seiner "Streitschrift" zu den Factory Outlet Centern das Hamborner Projekt als Fallbeispiel auf.

Quelle: RP
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