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Duisburg
Folkwang-Professor Günther mit "Best of Bach"

Duisburg. Thomas Günther spielte Bach auf dem modernen Flügel mit historischem Bewusstsein und moderner Freiheit. Von Ingo Hoddick

Drucken ließ Johann Sebastian Bach nur einige seiner besten Werke, vor allem für Tasteninstrumente, zum Beispiel die vier Teile der "Clavier-Übung". Das war seinerzeit so üblich, denn Drucken war teuer und musste vom Autor selbst bezahlt werden. Jetzt spielte der Folkwang-Klavier-Professor Thomas Günther in der Reihe der Sparkassenkonzerte "Große Klaviermusik" im fast ganz gefüllten Duisburger Konzertsaal der Folkwang-Uni einige dieser "gedruckten" Bach-Werke.

Im Mittelpunkt standen jene beiden Kompositionen, die den zweiten Teil der "Clavier-Übung" bilden, "denen Liebhabern zur Gemüths-Ergötzung verferdiget" und 1735 in Nürnberg gedruckt: das "Concerto nach italiänischem Gusto (Italienisches Konzert)" F-Dur BWV 971 und die "Französische Ouvertüre (Suite)" h-Moll BWV 831. Das sind Musterbeispiele ihrer Gattung und des jeweiligen, damals in Europa führenden Nationalstils, geschrieben ausdrücklich für ein Cembalo mit zwei Tastenreihen, welche Kontraste in der Lautstärke ermöglichten: im Konzert für Solo und Tutti und in der Suite vor allem in dem abschließenden Satz "Echo". Im Wechsel damit gab es viermal Präludium und Fuge aus dem zweiten Teil des "Wohltemperierten Klaviers" von 1744 und das sechsstimmige Ricercar aus dem "Musikalischen Opfer" BWV 1079 von 1747.

Thomas Günther spielte Bach auf dem modernen Flügel mit historischem Bewusstsein und moderner Freiheit, mit ebenso viel strenger Disziplin wie Lust an zusätzlichen Verzierungen. Letztere kamen wie damals üblich bei den Wiederholungen der einzelnen Satzteile, zum Teil sogar Bachs notierte Verzierungen erst in der Wiederholung, und als Überleitungen zwischen diesen Teilen.

Das Konzept des Folkwang-Professors ging kraftvoll auf. Für die Begeisterung des Publikums bedankte er sich mit einer perfekt passenden Zugabe, nämlich dem Duetto Nr. 3 G-Dur BWV 804 aus dem dritten Teil der "Clavier-Übung".

Die Reihe "Große Klaviermusik" geht weiter am Dienstag, 8. März, um 19.30 Uhr, mit Prof. Arnulf von Arnim und Werken von Ludwig van Beethoven und Franz Schubert. Schon am Dienstag, 2. Februar, um 19.30 Uhr, kommt in der Reihe "Große Klaviermusik - Forum für junge PianistInnen" Eduard Kiprsky aus der Klasse von Prof. Boris Bloch. Karten zu zehn Euro, ermäßigt fünf Euro (bei von Arnim) beziehungsweise fünf Euro, ermäßigt drei Euro (bei Kiprsky) gibt es unter der Telefonnummer 0203 29 588 0 oder an der Abendkasse.

Quelle: RP
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