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Duisburg
Folkwang-Weltklasse Akkordeon

Duisburg. Vorzügliche Studierende der Klassen Prof. Mie Miki und Heidi Luosujärvi. Von Ingo Hoddick

Weltbekannt und auch am Campus Duisburg seit langem bewährt sind die Akkordeon-Klassen der Folkwang-Universität der Künste von Prof. Mie Miki und Heidi Luosujärvi und ihre Semesterkonzerte im Kleinen Konzertsaal. Jetzt war es wieder einmal so weit, zehn besonders begabte junge Menschen spielten elf Stücke von acht Komponisten.

Es gab wieder die passende Mischung aus pfiffigen Originalwerken und treffenden Bearbeitungen. Ein schönes Beispiel für das, was die Akkordeon-Welt so gerne adaptiert, war gleich zu Beginn die Sonate e-Moll K. (= Kirkpatrick-Verzeichnis der Werke dieses Komponisten) 88 von Domenico Scarlatti, ebenso flüssig wie stilsicher gespielt von Mihailo Erakovic. Er ist der "kleine Bruder" von Filip Erakovic, dem "Shooting Star" der Folkwang-Akkordeon-Klassen. Natürlich trat Erakovic der Ältere auch diesmal wieder auf - kaum jemand spielt dieses vielfach noch unterschätzte Instrument so lebendig und vielfältig, manchmal quirlig an der Grenze zum Manierismus. Hier widmete er sich auf diese Weise Präludium und Fuge e-Moll BWV 897 aus dem "Wohltemperierten Klavier" von Johann Sebastian Bach, dem Kopfsatz aus der Sonate Nr. 26 C-Dur von Joseph Haydn und dem stimmungsvollen "Shiver" (2010) von dem vor 40 Jahren geborenen ukrainischen Komponisten Dmitri Kourliandski. In dem modernen Stück werden die "schaudernden" Töne teilweise mit Hilfe eines Glaskörpers erzeugt, der am Akkordeon entlang gerieben wird.

An der Folkwang-Uni wurde der Exzellenz-Studiengang "Konzertexamen" wieder eingeführt, zu dem nur Studierende zugelassen werden, die bereits eine internationale Karriere machen, das sind zurzeit sieben von 1660. Einer von ihnen ist der Cellist Seong-Woo Bae aus der Klasse von Prof. Young-Chang Cho. Jetzt war er zu Gast mit dem furiosen Finale aus der Solosonate von Gaspar Cassadò und dann zusammen mit Heidi Luosujärvi und "Le Grand Tango" von Astor Piazzolla. Das sind zwei Ausnahmemusiker, die sich hier gegenseitig die Energie-Bälle zuspielten.

Quelle: RP
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