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Duisburg
Frankreich und Deutschland als Orgelnationen

Duisburg. Marcus Strümpe spielte das alles flüssig und doch mit viel Gespür für Stil und Details. Von Ingo Hoddick

Jetzt ist die hiesige Saison der sommerlichen Orgelkonzerte für dieses Jahr endgültig zu Ende. Nach dem 1989 geborenen Franzosen David Cassan im Eröffnungskonzert am 14. Juni (die RP berichtete) beendete Salvatorkantor Marcus Strümpe nun auch für Duisburg das diesjährige Orgelfestival Ruhr "Klangraum Europa" an "seiner" Kuhn-Orgel der Salvatorkirche. Sein Programm zeigte Frankreich und Deutschland sinnfällig als große Orgelnationen. Das begann mit jener ekstatischen Improvisation über das gregorianische "Te Deum" von Charles Tournemire, die dessen Schüler Maurice Duruflé rekonstruierte, und dem stillen Fantasiestück "Étoile du soir" (Abendstern) op. 54 Nr. 4 von dem gleichfalls 1870 geborenen Louis Vierne. Nach Tournemire und Vierne kam schlüssig das letzte und wohl bedeutendste Orgelwerk ihres gemeinsamen Lehrers César Franck, der Choral Nr. 3 a-Moll (1890). Johann Sebastian Bach darf in keinem "anständigen" Orgelkonzert fehlen. Hier war es kein ausgesprochenes Orgelwerk, sondern das sechsstimmige Ricercare aus dem "Musikalischen Opfer" BWV 1079. Auf dieses eher spröde Stück folgte das verspielte Flötenkonzert F-Dur von Christian Heinrich Rinck (1770-1846).

Der logische Abschluss war dann das monumentale und zugleich leicht skurrile "Finale alla solfeggio" aus der späten "Partita retrospettiva" op. 151 von Sigfrid Karg-Elert (1877-1933).

Marcus Strümpe spielte das alles flüssig und doch mit viel Gespür für Stil und Details.

Vor allem nutzte er die 41 klangvollen Register des 2002 erbauten Instruments, um erhellende Einblicke in die Musik zu gewinnen.

Die populäre und mitreißende Zugabe war dann "In der Halle des Bergkönigs" aus "Peer Gynt" von Edvard Grieg.

Quelle: RP
 
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