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Duisburg
"Franz, hier sind wir zuhause"

Duisburg. Der sanierte "Rote Riese" in Hochheide soll gerade älteren Menschen besonderen Luxus bieten. Medy und Franz Kratky sind nach 42 Jahren im Eigenheim ins Hochhaus umgezogen. Sie berichten, wie es sich darin lebt. Von Gabi Adrian

Hochheide Bei der ersten Besichtigung einer Musterwohnung im "Roten Riesen" war sich Medy Kratky sicher, eine neue Heimat gefunden zu haben. "Franz, hier sind wir zu Hause", sagte sie. Dabei hatte sie sich nur unter Protest überhaupt bereit erklärt, das frisch sanierte Hochhaus an der Hanielstraße 36 wenigsten einmal anzuschauen. "Glaub bloß nicht, dass ich da einziehe", versicherte sie ihrem Mann noch im Auto.

Medy und Franz Kratky sind Hochheider Urgesteine, beide sind im Ortsteil geboren. Nach ihrer Hochzeit – das war im Jahr 1955 – wohnten sie in dem Teil der Rheinpreußen-Siedlung, der abgerissen wurde und auf dessen Terrain heute die Hochhäuser stehen. 1967 kauften die Kratkys die Gaststätte "Jägerhof", wo sie 42 Jahre lebten und arbeiteten.

"Wir hatten ein großes Grundstück und viele Tiere", erzählt Medy Kratky: Hühner und Enten, eine Hundezucht und sogar einmal ein Pony. Die Familie war immer sehr aktiv, engagierte sich in Vereinen und machte gerne Musik. Franz Kratky ist leidenschaftlicher Jäger und Angler, Medy Kratky war jahrelang Präsidentin beim Kulturausschuss Grafschafter Karneval.

Keine Sehnsucht nach dem Haus

Dann, nach so vielen Jahren in den eigenen vier Wänden, verkaufte das Paar Haus und Gaststätte, um zur Miete zu wohnen.

Wehmut? "Nein", versichert Medy Kratky, und ihr Mann nickt zustimmend: "Wir haben 42 Jahre lang den ganzen Tag gemeinsam gearbeitet und waren doch nie zusammen." Jetzt wollen sie ihren Lebensabend und vor allem ihre Zweisamkeit genießen. Und mit ihrer neuen Wohnung haben sie dafür einen sehr viel geeigneteren Platz gefunden als ihr Haus, finden sie.

"Jetzt ist alles bequemer", schwärmt Medy Kratky: kein Schneefegen mehr, keine Gartenarbeit. Ein Concierge sorgt für Sicherheit und meldet jeden fremden Besucher an. Bei Schwierigkeiten gibt es einen Hausmeister, gleich nebenan ist ein kleiner Tante-Emma-Laden. Das evangelische Gemeindehaus in Sichtweite bietet einen günstigen Mittagstisch. Sollte einer von ihnen mal mehr Pflege benötigen – die Caritas-Sozialstation hat ihren Sitz gleich unten im Haus.

Keine Treppen, mehr Sicherheit

Außerdem ist die 70-Quadratmeter-Wohnung hell und überaus gemütlich. Große Fenster bieten einen fantastischen Blick ins Grüne. In der halboffenen Küche fand eine kleine Sitzecke Platz, in der das Ehepaar begeistert Schach oder Kniffel spielt.

Es gibt pfiffige Lösungen für die Hausarbeit. So sind Waschmaschine und Trockner im Flur hinter einer Schiebtür verborgen. Alles ist barrierefrei, keine Treppen sind zu bewältigen. Die Kratkys sind glücklich: "Bei uns ist doch alles perfekt gelaufen, oder", fragt Franz Kratky und sieht seine Frau verliebt an. Die nickt und strahlt zurück.

Quelle: RP
 
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