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Von Frau Zu Frau
Frau Landtagsabgeordnete

Duisburg. Petra Vogt vertritt Duisburger Interessen als Landtagsabgeordnete der CDU. Als schulpolitische Sprecherin ihrer Fraktion hat sie auf Anhieb eine wichtige Funktion übernommen.

Ist es für eine Landtagsabgeordnete wichtig, immer wie aus dem Ei gepellt auszusehen?

Vogt Das ist keine Frage des Berufes, sondern die der persönlichen Einstellung. Ich trage natürlich auch Jogginghosen - aber nur beim Sport. Wenn ich zu Hause Fenster putze, dann putze ich mich selbst sicherlich nicht heraus. Aber gute Kleidung in der Öffentlichkeit ist für mich eine Form von Respekt gegenüber den Menschen, mit denen man es zu tun hat. Meine Großmutter, übrigens eine sehr gepflegte Frau, sagte immer: "Wie du kommst gegangen, so wirst du empfangen". Ich finde, da ist was dran. Die Regel sollte aber nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer gelten.

Sie haben sich entschieden, Ihre Stelle als Lehrerin am Kaufmännischen Berufskolleg vorübergehend aufzugeben. Von der Arbeit mit den Schülern haben Sie immer gesagt, dass sie Ihnen sehr viel Spaß bereitet. Was fasziniert Sie an der Tätigkeit der Landtagsabgeordneten?

Vogt Die Arbeit im Landtag ist sehr spannend, weil man mit vielen Menschen zusammenkommt und an zahlreichen wichtigen Entscheidungen für unser Bundesland mitwirken oder sie sogar anstoßen kann. Die Arbeit ist dabei sehr vielschichtig, mit Fraktions-, Arbeitskreis-, Ausschuss- und Plenarsitzungen in Düsseldorf und Wahlkreisterminen hier in Duisburg.

Sie sind nicht nur Landtagsabgeordnete, sondern auch Vorstandsmitglied der CDU in Duisburg. Finden Sie überhaupt noch Zeit, für die sogenannte Basisarbeit in der Partei?

Vogt: Ich versuche nach Möglichkeit immer, einen Ausgleich zwischen den überregionalen Terminen und denen hier vor Ort zu finden. Das ist für mich einfacher als für viele meiner Kollegen. Denn als Duisburgerin bin ich aufgrund der Nähe zum Landtag schneller zurück, um Wahlkreisarbeit zu machen, als beispielsweise meine Kollegen aus dem Westfälischen. Hier erhalte ich von den Bürgern immer wieder wichtige Anregungen für meine Arbeit in Düsseldorf. Darauf lege ich sehr viel Wert.

Bleibt bei der Vielzahl der Termine, die mit Ihrer Parteiarbeit verbunden sind, noch Platz fürs Privatleben?

Vogt Ein politisches Mandat bedeutet immer, dass man häufig in Sitzungen ist, während andere den freien Abend oder das Wochenende genießen. Das gilt übrigens in besonderem Maße für Kommunalpolitiker, die das ja ehrenamtlich neben ihrem eigentlichen Beruf machen. Das wird in der Öffentlichkeit häufig vergessen. Berufspolitiker - wie es Landtagsabgeordnete sind - haben es da deutlich besser, da sie sich hauptamtlich mit Politik beschäftigen. Allerdings muss auch in diesen Fällen die Familie bereit sein, die sehr flexiblen Arbeitszeiten mitzutragen. Viele Termine finden in der Politik nun einmal in den Abendstunden und am Wochenende statt. Bei uns zu Hause ist das zum Glück kein Problem.

Als Landtagsabgeordnete gehören Sie zu den sogenannten Prominenten in der Stadt. Ist Ihnen das peinlich, überall erkannt zu werden?

Vogt Ich bin sehr gerne mit Menschen zusammen und freue mich, wenn man mich anspricht, um mit mir zu diskutieren oder um ein Anliegen vorzubringen. Das passiert tatsächlich ab und zu auch beim Einkaufen. Aber dafür sind Politiker schließlich da, sich ansprechen zu lassen. Manchmal ist es allerdings anstrengend, wenn die Veranstaltungen sich wie in der Vorweihnachtszeit häufen. Da bin ich dann richtig froh, auch mal einen ruhigen Abend zu Hause verbringen zu können.

Im Mai wird ein neuer Landtag gewählt. Was ist, wenn Sie dann aufgrund des Wahlergebnisses kein Mandat mehr bekommen?

Vogt Ich bin Landtagsabgeordnete mit Leib und Seele. Aber Wahlergebnisse muss man akzeptieren. Ich hoffe darauf, dass ich wieder ein Mandat bekomme. Alles andere wird sich nach dem Wahltag am 14. Mai ergeben...

DAS INTERVIEW FÜHRTE HILDEGARD CHUDOBBA

Quelle: RP
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