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Duisburg
Freie Kantorei mit weihnachtlicher Musik

Duisburg. "Ein Kind ist uns geboren - Weihnachtliche Chormusik der Renaissance" hieß das jüngste, erfolgreiche Konzert der Freien Kantorei Duisburg in der Liebfrauenkirche. Eigentlich ist das ja ein Widerspruch in sich, denn in der Renaissancezeit gab es noch keine "Chormusik" mit vielfach besetzten Stimmen, diese Praxis stammt erst aus dem 19. Jahrhundert. Von Ingo Hoddick

Entscheidend erscheint aber die kammermusikalische Einstellung, und die war hier auch bei 42 Sängerinnen und Sängern gegeben. Mit den drei Teilen "Die Ankündigung - die Erwartung", "Freude über die Geburt" und "An der Krippe" gab es hier viele um das Jahr 1600 entstandene Meisterwerke, wie gleich zu Beginn "Meine Seele erhebt den Herren (Deutsches Magnificat)" von Heinrich Schütz (1585-1672) und "Übers Gebirg Maria geht" von Johann Eccard (1553-1611) sowie später "Hodie Christus natus est" von Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621). In vielen Fällen handelte es sich um zwei- bis achtstimmige Sätze bekannter Weihnachtslieder wie "In dulci jubilo" von Leonard Schröter (1532-1601) oder "Es ist ein Ros entsprungen" von Michael Praetorius (1571-1621). Chorleiter Bernhard Quast ließ in Tempo und Lautstärke flexibel musizieren - ob das historisch angemessen ist, darüber kann man diskutieren, zumindest wirkte es hier für einen Laienchor sehr souverän. Natürlich durfte dabei auch ein Instrumentalensemble nicht fehlen. Annette Padberg-Böhm und Rainer Helling (Blockflöte), Viktoria Caminer (Violine), Ute Steffens (Viola), Carolin Schröder (Violoncello) und Rolf Hennig-Scheifes (Orgelpositiv) fügten sich hier und da insgesamt sinnvoll ins Klangbild, auch mit der rein instrumentalen "Pastorale" von Johann Christoph Pez (1664-1716).

Quelle: RP
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