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Serie Menschen Für Gesundheit
Frühförderstelle hilft Kindern mit Entwicklungsproblemen

Serie Menschen Für Gesundheit: Frühförderstelle hilft Kindern mit Entwicklungsproblemen
Unter den aufmerksamen Blicken von Heilpädagogin Karina Fecke meistert Ela die Wackelbrücke. Frühförderung kann, wenn sie wirklich rechtzeitig einsetzt, Defizite entscheidend abmildern oder beheben. FOTO: Bianca Treffer
Duisburg. Je früher Förderungsbedarf erkannt wird, desto besser die Erfolge: Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten, -verzögerungen und Behinderungen werden bei der Interdisziplinären Frühförderstelle der Malteser Duisburg betreut. Von Bianca Treffer

Das Gesicht von Ela drückt höchste Konzentration aus. Die bunte, wellenförmige Wackelbrücke, über die die Sechsjährige gerade schreitet, verlangt volle Aufmerksamkeit. Ab und zu gehen die Arme als Balanceausgleich zur Seite. Dann ist es geschafft. Das Kindergesicht verzieht sich zu einem fröhlichen Lachen. Dazu gibt es jede Menge Lob von Karina Fecke.

Die Heilpädagogin hat jeden Schritt von Ela aufmerksam beobachtet und freut sich mit dem Kind über den Erfolg, die Brücke ohne ein Absetzen des Fußes auf den Boden geschafft zu haben. "Ela hat eine fantastische Entwicklung gemacht. Noch vor einiger Zeit brachte die Wackelbrücke Schwierigkeiten mit sich", sagt Karina Fecke.

Die nächste Übung absolviert Ela mit ebensolcher Bravour. Es geht über Balanciertöpfe in Richtung der aufeinandergesetzten Kästen. Die kombinierte Entwicklungsstörung, die bei der Sechsjährigen diagnostiziert wurde und die sie im August 2016 zur Interdisziplinären Frühförderstelle (IFF) der Malteser Duisburg-Homberg führte, gehört nahezu der Vergangenheit an. Ab diesem Jahr wird Ela eine ganz normale Grundschule besuchen.

Der Förderbedarf wurde früh genug erkannt und die entsprechende Förderung bei der IFF eingeleitet. Seit nunmehr zehn Jahren gibt es das Angebot der Malteser in Duisburg. Kinder im Alter bis sechs Jahren mit Entwicklungsauffälligkeiten, -verzögerungen und Behinderungen, die aus Duisburg kommen, finden hier eine entsprechende fachliche und individuelle Förderung. Helle, freundliche Räume bestimmen das Bild auf den verschiedenen Etagen mit ihren unterschiedlichen Bereichen der Förderung.

"Das Wohlfühlen ist uns wichtig. Die Kinder kommen gerne, wobei wir die Förderangebote so gestalten, dass es den Kindern wie ein Spiel vorkommt und ihnen gar nicht klar ist, dass wir gemeinsam an ihren Defiziten arbeiten", sagt Anke Effey, die die pädagogische Leitung innehat.

Die Eltern werden miteingebunden, da Eltern daheim ihre Kinder mit Übungen unterstützen können. In der IFF wird Hand in Hand gearbeitet. Alles ist unter einem Dach angesiedelt. Eine komplexe Frühförderung in einer Kombination aus heilpädagogischen- und medizin-therapeutischen Maßnahmen wird für die jungen Klienten genutzt. Ob Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie genutzt oder eine psychologische Beratung benötigt werden, in der IFF ist alles gegeben. Wichtig ist bei allem die frühe Diagnostik.

Je früher eine Therapie einsetzt, umso besser können Defizite aufgefangen werden. "Für viele Eltern ist es erst einmal ein Schreck, wenn sie, ein Kinderarzt oder eine pädagogische Fachkraft eine Entwicklungsstörung feststellen. Es ist aber kein Grund zur Sorge, sondern lediglich ein Anlass zu handeln", betont Effey.

Sind Auffälligkeiten vorhanden entscheidet der Kinderarzt, ob eine Eingangsdiagnostik für die IFF ratsam ist. Er stellt eine entsprechende Verordnung aus. Es folgt eine differenzierte Eingangsdiagnostik in der IFF. Bei einem Erstgespräch mit den Eltern schaut man zudem gemeinsam, was braucht das Kind. In einem interdisziplinären Fallgespräch nach Anamnese, heilpädagogischer Diagnostik, Hörtest und kinderärztlicher Untersuchung werden Ideen entwickelt wie die individuelle Therapie und die Förderung für das jeweilige Kinde aussehen können.

Was kann das Kind, was mag es? Worauf kann aufgebaut werden. Welche Bedarfe liegen vor? Braucht ein Kind das breite Spektrum der IFF oder reicht vielleicht lediglich eine Sprachtherapie aus? Ein Team aus fest angestellten Heilpädagogen, Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Psychologen, Kinderärzte und Pädaudiologen arbeiten bei jedem der jungen Patienten genau aufeinander abgestimmt, um beste Ergebnisse zu erzielen. "Es ist immer wichtig, Grundvoraussetzungen abzuchecken. Gibt es zum Beispiel Probleme in der Sprachentwicklung schauen wir erst einmal mittels Hörtest, ob mit den Ohren alles in Ordnung ist. Stimmt dort alles, steht einer Sprachtherapie nichts im Weg", sagt Anke Effey. Liegt hingegen ein Hörproblem vor, gilt es zuerst dies zu eliminieren, damit darauf aufgebaut werden kann.

Quelle: RP
 
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