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Duisburg
Fünf Minuten parken, 30 Euro Strafe

Duisburg: Fünf Minuten parken, 30 Euro Strafe
Das gelbe Knöllchen signalisiert den Parkverstoß im "Beobachtungszeitraum" von 17.37 bis 17.42 Uhr. FOTO: Bernd Klinkenberg
Duisburg. Weil eine Autofahrerin kein Kleingeld für den Parkautomaten am Gesundheitszentrum am Sittardsberg in Duisburg hatte, kaufte sie schnell ein Brot, um Kleingeld zu bekommen. Doch da hatte sie bereits ein Knöllchen. Von Hildegard Chudobba

Auf dem Parkplatz am Gesundheitszentrum am Sittardsberg galt noch bis vor gar nicht langer Zeit die Regelung, dass man dort kostenfrei sein Auto abstellen konnte, wenn man eine Parkscheibe auslegte. Doch nun wird diese Fläche "bewirtschaftet" wie es so schön heißt. Sprich, ohne "Moos" geht nichts.

Wiederholt haben sich Leser an die RP-Redaktion gewandt und ihrem Ärger darüber Luft gemacht. Die Kritik machte sich in der Regel daran fest, dass diese Fläche überhaupt "bewirtschaftet" wird. Denn rund um das Gesundheitszentrum mit vielen Fachärzten und Einzelhandelsgeschäften im Erdgeschoss gibt es dort so gut wie keinen gebührenfreien Parkraum. Auch für motorisierte Besucher des angrenzenden Altenheims ist die Fläche attraktiv, ebenso für Kunden des benachbarten Bezirksamtes-Süd. Denn auch sie haben ihre liebe Parkplatznot. Doch aus allen bislang eingegangenen Beschwerden sticht die heraus, die Bernd Klingenberg der RP zukommen ließ.

Der Parkautomat am Gesundheitszentrum Sittardsberg. FOTO: Bernd Klinkenberg

Knöllchen für fünf Minuten

Seine Ehefrau hatte am Mittwoch am Gesundheitszentrum geparkt und stellte fest, dass sie kein Kleingeld für den Parkautomaten bei sich hatte und ebenso auch keine Parkscheibe. Draußen goss es zu diesem Zeitpunkt in Strömen, und sie flüchtete sich eiligst in die nahe Bäckerei, um ein Brot zu kaufen, damit sie das benötigte Kleingeld bekommt. "Das hat nur wenige Minuten gedauert", sagt Bernd Klingenberg. Nach der Rückkehr zu ihrem Wagen hatte sie bereits ein Knöllchen gegen den Parkverstoß am Scheibenwischer, und zwar für den Zeitraum von 17.37 bis 17.42 Uhr - also für sage und schreibe fünf Minuten! Sie habe den Mitarbeiter der Firma, die den Parkplatz bewirtschaftet noch gesehen und habe ihm den Sachverhalt geschildert. Doch er habe sich völlig unbeeindruckt gezeigt und ihr gesagt, was vermutlich schon viele in vergleichbaren Situationen zu hören bekommen haben: Da sei nichts zu machen, der Vorgang sei bereits im System gespeichert. Bernd Klingenberg gehört nicht zu denen, die sich grundsätzlich gegen solche Knöllchen zur Wehr setzen. Das könne immer mal passieren, dass man falsch parkt, "aber dann bezahlt man die Gebühr und es hat sich...", sagt er im Gespräch mit der RP. Diesmal aber werde er sich mit allen Mitteln wehren.

Denn sage und schreibe 30 Euro soll er an die Firma "Park&Control" in Stuttgart überwiesen, die die Fläche bewirtschaftet - wohl gemerkt für fünf Minuten Parken ohne Parkschein. Kein Wunder, dass Bernd Klingenberg hier von Abzocke spricht, gegen die er sich zur Wehr setzen will. Wäre dieser Vorfall auf einen von der Stadt bewirtschafteten Parkfläche passiert, "dann hätten wir fünf, vielleicht zehn Euro bezahlen müssen", sagt er.

Klingenberg will Einspruch einlegen

Bernd Klingenberg wird die Firma nun anschreiben und Einspruch gegen den Parkverstoß einlegen, notfalls will er auch Rechtsmittel einlegen. Sein Protest richtet sich gegen die Höhe der Gebühr, die sich nach der richten müsse, die eine Stadt erhebe. Ein "Privater" dürfe höchstens den doppelten Satz verlangen, ergaben seine Recherchen zur Rechtsprechung. Nehme die Stadt beispielsweise zehn Euro, dann dürfte danach ein privater Parkplatzbetreiber nicht mehr als 20 Euro kassieren.

Alle Versuche der Redaktion, das Unternehmen in Stuttgart für eine Stellungnahme zu erreichen, verliefen gestern ergebnislos. Wir bleiben dran!

Quelle: RP
 
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