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Duisburg
Fünfstufige Steigerung am Klavier

Duisburg. Fünf Studierende der Folkwang-Universität überzeugen die Zuhörer. Von Ingo Hoddick

"Klavier" ist neben "Kammermusik" und "Alte Musik" einer der drei Schwerpunkte am Campus Duisburg der Folkwang-Universität der Künste. Jetzt konnte man wieder ein großartiges Konzert erwarten, denn fünf Studierende der Klavierklasse von Prof. Hisako Kawamura spielten ein klassisch-romantisches Programm. Zunächst legte der Chinese Kuo Zhang, der erst im zweiten Semester ist, die Sonate Nr. 34 e-Moll von Joseph Haydn sehr akkurat, aber noch etwas flach artikuliert hin. Profilierter wurde es bei der Japanerin Erika Kamura mit den vier Mazurkas op. 41 sowie den Etüden op. 10 Nr. 8 und Nr. 10 von Frédéric Chopin. Ihre Spieltechnik ist klar und sowieso bewundernswert, wie übrigens bei allen Studierenden dieser Klavierklasse, aber es fehlt ihrem Spiel ein wenig an Eleganz. Ähnlich wirkte dann das Bild bei der Koreanerin Miyoung Cho mit Chopins Sonate Nr. 2 b-Moll op. 35, das ist die mit dem berühmten Trauermarsch. Immerhin verlieh die junge Musikerin dem erzromantischen Werk viel Feuer.

Sensationell wurde die fünfstufige Steigerung aber erst nach der Pause. Zum einen durch die dezent beseelte Aufführung der vier Mazurkas op. 30 durch die Ukrainerin Ievgeniia Iermachkova, letztlich die stärkste Chopin-Leistung des frühen Abends.

Zum anderen und vor allem aber dadurch, wie die Serbin Iva Jovanovic die halbstündige Humoreske op. 20 von Robert Schumann zu differenziertem Leben erweckte, als entschiedenes und geradezu umwerfendes Plädoyer für dieses oft unterschätzte Stück.

Quelle: RP
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