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Duisburg
"Für mich ist das Rockmusik"

Duisburg: "Für mich ist das Rockmusik"
Voller Dynamik: Ein Foto von den Proben zur neuen Choreographie "Konzert für Orchester". FOTO: Gert Weigelt (DOR)
Duisburg. Am Freitag, 28. Oktober, um 19.30 Uhr, steigt im Theater Duisburg die Premiere des dreiteiligen Ballettabends "b.29" von Martin Schläpfer. Im Mittelpunkt steht die neue Choreographie "Konzert für Orchester" nach Witold Lutoslawski. Von Ingo Hoddick

Das Konzert für Orchester war 1954 das letzte Werk, in dem sich der große polnische Komponist Witold Lutoslawski folkloristischer Elemente bedient, aber auch das letzte, das harmonisch und strukturell die Tradition reflektiert. Martin Schläpfer, Ballettdirektor an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg, hatte diese Komposition schon lange im Visier und sagte dazu in einem Interview: "Es ist Musik, von der man nie satt wird. Lutoslawski bietet unglaublich viele Wechsel, Schattierungen und unterschiedliche Temperaturen, unendlich viele Facetten, wie eine Art Prisma. (...) Es ist eine großartige Aufgabe für die Duisburger Philharmoniker, da dieses Werk einerseits eine feine Virtuosität, aber andererseits auch eine Kraft und Präzision erfordert. (...) Für mich ist das Rockmusik." Schläpfer schafft dazu eine Choreographie für die komplette Compagnie.

Den Rahmen für diese neoklassizistische Musik bilden zwei Meisterwerke der amerikanischen Tanz-Neoklassik von zwei von Schläpfers großen Vorbildern. Das eine ist George Balanchines letztes Ballett "Mozartiana", kreiert 1981 für seine Primaballerina und Muse Suzanne Farrell, das vielleicht zarteste und verklärteste Werk seines Schöpfers, der im Laufe seiner Karriere den akademischen Tanz bis an seine Grenzen führte, ohne jedoch den Glauben an die überwältigende Schönheit des klassischen Balletts zu verlieren. Als musikalische Grundlage dienen dabei die Mozart-Adaptionen von Peter Tschaikowsky in seiner gleichnamigen Suite Nr. 4 G-Dur op. 61.

Das andere ist die witzige Pannen-Show "The Concert", die Jerome Robbins - in erster Linie bekannt für seine Choreographie zu dem Edel-Musical "West Side Story" von Leonard Bernstein - 1956 auf Werke von Frédéric Chopin schuf, eigens für Klavier und Orchester bearbeitet von Clare Grundman. Es handelt sich um eine mitreißende und hochvirtuose Parodie auf die Besucher eines Konzerts, aber auch auf den klassischen Tanz. Richtig genießen kann man dieses Ballett laut Schläpfer "nur, wenn man die zuweilen etwas verschroben daherkommende Ballettwelt ein bisschen kennt, aber das ist ja bei unserem Publikum gegeben. So wird es auch hier, denke ich, großen Tanzspaß machen."

Der Dirigent des Abends ist der Kapellmeister Wen-Pin Chien, der Klaviersolist Matan Porat. Es gibt noch Karten, am einfachsten unter Telefon 0203 / 283 62 100.

Quelle: RP
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