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Duisburg
Fund zum Abschluss des Mercatorjahres

Duisburg: Fund zum Abschluss des Mercatorjahres
An dem Ort, an dem Gerhard Meractor in Duisburg gewohnt hat, zeigt ein Schaubild, wie sein Haus ausgesehen haben könnte. Teile des Gebäudes auf dem Grundstück, auf dem später die Berufsschule am Rathaus gebaut wurde, sind noch heute zu sehen. FOTO: Andreas Probst
Duisburg. Archäologen finden das Fundament vom ehemaligen Wohnhaus Gerhard Mercators in Duisburg, Von Olaf Reifegerste

Der Abschluss des Projektes "Mercator bei Nachbarn" beförderte bei den Teilnehmern eine kleine Sensation ans Tageslicht: Bei der Vorstellung der Ergebnisse wurde die Öffentlichkeit Zeuge vom Fund des Fundaments des ehemaligen Wohnhauses Gerhard Mercators in Duisburg. Gut zu sehen und erhalten ist sowohl der freigelegte Eingang zum Kellergeschoss als auch der Verlauf der Oberstraße an dieser Stelle.

Ein Jahr lang haben Kurt Walter und Klaus Brüggenwerth, inspiriert durch das Motto der diesjährigen Duisburger Akzente "Vom Suchen und Finden", über Mercators Leben gearbeitet. Dabei haben sie Nachbarn in den für Mercator bedeutsamen Orten wie Gangelt, Sint-Niklaas, Rupelmonde, 's-Hertogenbosch, Leuven, Oxford und Moers besucht und Gäste aus diesen Städten in Duisburg begrüßt. Verbunden war der Bericht ihrer Spurensuche mit einem Gang von der Salvatorkirche, wo Mercator 1594 beerdigt wurde, vorbei an seinem ehemaligen Wohnhaus, wo er von 1558 bis zu seinem Tode gelebt hatte, und heutigen archäologischen Ausgrabungsstelle an der Oberstraße bis zum Kultur- und Stadthistorischen Museum, wo sich die "Mercator-Schatzkammer" mit der Ausstellung "500 Jahre Gerhard Mercator und der blaue Planet" seit diesem Jahr grunderneuert präsentiert.

Pfarrer Stephan Blank von der Evangelischen Kirchengemeinde Alt-Duisburg, zu der die Salvatorkirche gehört, brachte es in seiner Begrüßung auf den Punkt: "Dann tauche ich ein in eine andere Welt und bin doch zu Hause", beschreibt er poetisch das Erforschen und Erkunden Mercators der Welt von Duisburg aus, denn groß gereist ist der Universalgelehrte seit seinem Umzug von Rupelmonde nach Duisburg nicht mehr. Zwar erinnert ein prachtvolles Epitaph in der Kirche an seine Grabstätte, doch das Grab selbst gilt seit 1905 als verschollen. "So gibt es auch nach dem Jubiläumsjahr von Gerhard Mercator noch Geheimnisse, die es zu erforschen gilt", sagte Blank.

Walter und Brüggenwerth berichteten anschließend von den einzelnen Stationen ihrer Begegnungen, darunter dem Geburtsort Mercators, dem belgischen Rupelmonde, und dem Ort, woher seine Eltern stammten, dem im Kreis Heinsberg gelegenen Gangelt, und der Stadt, wo Mercator einst Latein lernte, dem niederländischen 's-Hertogenbosch als auch dem Ort, wo Mercator studierte, Löwen, im heutigen Belgien gelegen. Überall wurden sie mit den Worten begrüßt: "Sie kommen aus Duisburg. Wir haben auf sie gewartet", sagte Walter.

Denn erst spät haben die Duisburger Offiziellen den Kontakt zu den Nachbarstädten Mercators gesucht und aufgenommen. So lautet denn auch ein Vorschlag der beiden Projekt-Forscher Walter und Brüggenwerth, der Universität in Löwen als Zeichen der Verbundenheit ein altes Buch aus Duisburg zu schenken.

Bevor es schließlich ins Kultur- und Stadthistorische Museum ging, suchte die Gruppe noch die Ausgrabungsstätte an der Oberstraße auf. Neben einem Blick auf das ursprüngliche Wohnhaus Mercators mit Torbogen, aufgedruckt aus einer vergrößerten Vorlage des sogenannten Corputiusplans auf ein Transparent und angehängt an die Absperrungsgitter der Baustelle, waren die zwar abgedeckten aber dennoch deutlich sichtbaren Grundmauern von Mercators ehemaligem Lebensmittelpunkt in Duisburg gut zu sehen.

Quelle: RP
 
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