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Duisburg
Galerie kämpft ums Überleben

Duisburg. Heute wird in der cubus-Kunsthalle eine schöne und interessante Ausstellung eröffnet. Auch im Mai gibt es hier eine vielversprechende Schau. Aber danach? Geschäftsführerin Dr. Claudia Schaefer kämpft um ihren Optimismus. Von Peter Klucken

Die Stadtwerke Duisburg machen die Ausstellung, die heute um 19 Uhr in der cubus-Kunsthalle eröffnet wird, erst möglich. Auch Duisburgs Kulturdezernent Karl Janssen spielte als Vermittler eine wichtige Rolle und wird – als Zeichen seiner Solidarität – die Schau mit den Werken von Janett Brown eröffnen, einer in Bad Zwischenahn (bei Oldenburg) lebenden Künstlerin.

Ohne die Stadtwerke, die einen Teil der direkten Kosten der aktuellen Ausstellung (Transport der Werke, Versicherung, Aufsichtspersonal usw.) bezahlten, hätte cubus-Geschäftsführerin Dr. Claudia Schaefer nicht gewusst, wie die Schau in Duisburgs größter Galerie finanziert werden kann. Die cubus-Kunsthalle zu betreiben sei noch nie einfach gewesen, sagt die promovierte Kunsthistorikerin. Aber jetzt sei die Lage besonders schwer. Die 15 000 Euro Jahreszuschuss von der Stadt werden vermutlich im Zuge der Sparmaßnahmen und Sparauflagen wegfallen. Die Summe ist in Anbetracht des anvisierten Sparpakets von 160 Millionen Euro zwar verschwindend gering, von "Peanuts" sprechen andere, für die cubus-Kunsthalle könnte sie aber überlebenswichtig sein.

Claudia Schaefer geht mit der schwierigen Situation offensiv um. Auf einer Postkarte schreibt sie: "Nun gilt es, den jährlichen Finanzierungsbedarf in Höhe von rund 40 000 Euro, mit denen die Unterhaltung des Gebäudes, die Betriebskosten sowie die Kosten für das zeitgenössische Wechselausstellungsprogramm zu Buche schlägt, über andere Wege einzuwerben." Claudia Schaefer hofft auf Spenden für den Verein zur Förderung von Kunst & Kultur in der cubus kunsthalle, und Raumvermietungen. Dass die Wirtschaft den Rückzug der Stadt aus der Kulturförderung auffangen wird, kann sie so recht nicht glauben. Bei den Unternehmen sitze das Geld genauso wenig locker wie bei den Kommunen. Auf der Rückseite der "Spendenpostkarte" findet sich die Erkenntnis von Wilhelm Busch:

"Oft trifft man wen,

der Bilder malt,

viel seltener wen,

der sie bezahlt."

Dennoch will Claudia Schaefer nicht aufgeben. Die aktuelle Ausstellung mit Werken von Janett Brown, die für ihre Verbindung von abstrakter und figürlicher Malerei den Begriff "ExTraherismus" – als geschütztes Markenzeichen! – kreierte, hat Claudia Schaefer, wie sie das immer bei ihren Ausstellungen tut, gut vorbereitet. Sie kann auch auf eine beachtliche Nachfolgeausstellung verweisen ("Ursula Kaufmann fotografiert Pina Bausch"), die Karl Janssen aus seiner alten Heimatstadt Emmerich vermittelt hat.

Aber wie es nach der Sommerpause in der cubus-Kunsthalle aussieht, vermag zurzeit niemand vorherzusagen.

Quelle: RP
 
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