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Thema Fastenzeit
Gedanken und Wege zur Versöhnung

Thema Fastenzeit: Gedanken und Wege zur Versöhnung
Der katholische Pfarrer und Stadtdechant Bernhard Lücking möchte in fünf Fastenpredigten, die er jeweils in den Sonntagsgottesdiensten in der Pfarrkirche St. Joseph (Dellplatz) hält, das Thema Barmherzigkeit aufgreifen. FOTO: Reichwein
Duisburg. Pfarrer und Stadtdechant Bernhard Lücking beginnt am Sonntag mit einer Reihe von Fastenpredigten in der Kirche St. Joseph am Dellplatz, bei denen jeweils das Thema "Barmherzigkeit" aufgegriffen wird.

Das Thema der Barmherzigkeit liegt Papst Franziskus besonders am Herzen. Auch das von ihm ausgerufene außerordentliche Heilige Jahr soll sich in besonderer Weise mit der Barmherzigkeit beschäftigen. Die Barmherzigkeit soll während des Heiligen Jahres wieder neu in das Bewusstsein der Gläubigen gerückt werden. Dazu schreibt der Papst in der Ankündigungsbulle zum Heiligen Jahr: "Es gibt Augenblicke, in denen wir aufgerufen sind, in ganz besonderer Weise den Blick auf die Barmherzigkeit zu richten [...]."

Der katholische Pfarrer und Stadtdechant Bernhard Lücking möchte in fünf Fastenpredigten, die er jeweils in den Sonntagsgottesdiensten in der Pfarrkirche St. Joseph (Dellplatz) hält, das Thema Barmherzigkeit aufgreifen. Die Gottesdienste beginnen jeweils um 10 Uhr. Pfarrer Lücking hat seine Predigten noch nicht abschließend ausgearbeitet, aber er hat uns vorab Stichworte zu den einzelnen Predigten, die jeweils ein Motto haben, mitgeteilt. Hier die Zusammenfassung.

Am 14. Februar heißt das Motto der Fastpredigt: "Barmherzige Helfer in der Versuchung". Auch Jesus wurde versucht. Er ermutigt uns dazu, sich ehrlich den eigenen Abhängigkeiten, Süchten und heimlichen Vorlieben zu stellen, da er uns auch in unseren Schwächen, unserem Versagen und Niederlagen annimmt. Er verurteilt nicht. Er befreit und hilft, Widerstand zu leisten. Auch gegen Vergötzungen und Verführungen von Konsum, Macht, Anerkennung um jeden Preis.

"Lichtstrahl der Barmherzigkeit" heißt es am 21. Februar. In wohl jedem Leben gibt es Highlights, Erfahrungen der Zuwendung, des Glücks, des Wohlfühlens. Vielleicht wird das oft schnell vergessen und man denkt nicht mehr daran, wenn es einem schlecht geht. Ob Gott uns nicht immer schon Augenblicke geschenkt hat, in denen seine Barmherzigkeit und Nähe, seine diskrete Begleitung erfahrbar wurde? Fiel nicht auch in unser, in eines jeden Lebens ein Lichtstrahl seiner Barmherzigkeit? Haben wir es vergessen oder verdrängt?

"Ausweg durch Barmherzigkeit" ist das Motto von Pfarrer Lückings dritter Fastpredigt am 28. Februar. Angesichts großer Naturkatastrophen, grausamer Kriege, schrecklicher Terroranschläge, aber auch persönlicher Schicksalsschläge zweifeln viele an Gottes Barmherzigkeit und Güte, können nicht an einen Gott glauben, der so etwas zulässt. Jesus macht sehr deutlich, dass die betroffenen Menschen nicht von Gott bestraft sind, dass aber diese Ereignisse Anlass sein können, das eigene Leben zu überprüfen, sich zu ändern, das Leben neu an Gott auszurichten. Es geht darum, die angebotene Chance nicht zu verpassen, um das Leben nicht zu verfehlen. Am 6. März steht "Barmherzigkeit als Mitte des Evangeliums" im Zentrum der Fastenpredigt. Das bekannte Gleichnis vom verlorenen Sohn oder barmherzigen Vater macht die Botschaft von der Barmherzigkeit Gottes in einzigartiger Weise anschaulich. Jesus rechtfertigt mit diesem Gleichnis die Praxis seiner bedingungslosen Zuwendung und Barmherzigkeit auch und gerade gegenüber den Gescheiterten, Schuldig-Gewordenen, den, wie man abfällig sagt, in der Gosse Gelandeten. Er lädt ein, gerade sie nicht zu verurteilen, zu verachten und auszugrenzen, sondern ihnen mit Mitleid und Güte zu begegnen: Das ist die Mitte seiner Botschaft von dem bedingungslos liebenden Gott der Barmherzigkeit.

Das "Sakrament der Barmherzigkeit" setzt in der Predigtreihe den Schlusspunkt am 13. März. Jesus schenkt der zum Tode verurteilten Ehebrecherin einen neuen Anfang, schenkt ihr gleichsam das Leben zurück. Im Sakrament der Versöhnung können auch wir diese Vergebung und diese Erfahrung des Neuanfangs als Geschenk erhalten.

Pfarrer Lücking möchte bei dieser Predigt auch auf eine kritisch-skeptische Anmerkung des Papstes eingehen. In einer Ansprache an die deutschen Bischöfe hatte der Papst im November 2015 gesagt: "Die Sakramente werden immer weniger in Anspruch genommen. Die Beichte ist vielfach verschwunden". Der Papst fordert die Bischöfe auf: "Das bevorstehende außerordentliche Jubiläum der Barmherzigkeit bietet die Gelegenheit, das Sakrament der Buße und der Versöhnung wieder neu zu entdecken. Die Beichte ist der Ort, wo einem Gottes Vergebung und Barmherzigkeit geschenkt wird. In der Beichte beginnt die Umwandlung des einzelnen Gläubigen und die Reform der Kirche. Ich vertraue darauf, dass im kommenden Heiligen Jahr und darüber hinaus dieses für die geistliche Erneuerung so wichtige Sakrament in den Pastoralplänen der Diözesen und Pfarreien mehr Berücksichtigung findet".

Diese Forderung gelte es, so Pfarrer Lücking in seinem Anschreiben, auch bei uns in die Tat umzusetzen. Die Predigtreihe solle dazu einen Beitrag leisten.

Anker einer jeden Fastenpredigt ist jeweils eine Passage aus dem Evangelium, die zuvor gelesen wird.

(pk)
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