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Duisburg
Gefiederte Schönheiten aus Asien im Zoo

Duisburg: Gefiederte Schönheiten aus Asien im Zoo
Diese Rotbrustkrontaube scheint sich in ihrer neuen Voliere sichtlich wohl zu fühlen. FOTO: Stephan Eickershoff
Duisburg. Der Zoo Duisburg hat die alte Voliere der Gebirgslories umgebaut für bedrohte Vögel aus dem asiatischen Regenwald. Entstanden ist dabei ein neuer Ruhepunkt im Aquatorium. Von Ulla Saal

Mit dem Kopfputz könnte man selbst beim Pferderennen in Ascot richtig Staat machen. Auch wenn ihre Schwestern der Art Victoria mit ihrem Fächerkamm auf dem Schädel noch mehr hermachen, sind die Rotbrust-Krontauben, die jetzt in die neue Asienvoliere des Zoos eingezogen sind, ein absoluter Hingucker. Sicherlich auch weil sie die größten Tauben der Welt sind und mit gut 70 Zentimetern Größe und bis zu 2,5 Kilogramm Gewicht kleinen Truthennen kaum nachstehen. Zudem bewegen sie sich meist am Boden und ziehen sich nur zum Schlafen auf Bäume zurück.

Das kann man von den anderen Bewohnern der neu gestalteten Asienvoliere am Osteingang des Affenhauses nicht behaupten. Wer die sehen will, muss schon genau hingucken. Mit der üppigen Bepflanzung und einen kleinen Bachlauf haben die Zoo-Mitarbeiter nicht nur eine heimelige Umgebung für Exemplare bedrohter Vögel des asiatischen Regenwaldes geschaffen, sondern auch ein lebendiges Suchspiel für die Besucher des Tierparks. Wer Frühlingstauben, Sumbawadrosseln, Dolchstichtauben oder Seidenstare im Dickicht entdecken will, muss schon etwas länger genau hinsehen. Das war auch die Absicht der Belegschaft des Äquatoriums als sie Zoo-Chef Achim Winkler den Vorschlag gemacht hat, eine Art Ruhezone am Eingang des Affenhauses zu schaffen.

Die Frühlingstauben sind wegen ihres überwiegend grünen Gefieders im Dickicht des nachgeahmten asiatischen Regenwalds schwer auszumachen. FOTO: Funke-Gruppe

Dafür mussten aber erst einmal die Krachmacher umziehen. Die über 50 Gebirgsloris, die vorher die Voliere bewohnten, haben ständig lautstark für Leben in der Bude gesorgt. Für jeden der bunten Papageienvögel wurde eine neues Heim in anderen europäischen Zoos gefunden, wie Alexander Nolte bestätigt. Der Pfleger, der seit 2004 im Äquatorium arbeitet, freut sich wie seine Kollegen darüber, dass sie das Projekt haben umsetzen können: "Man kommt hier jetzt zur Ruhe. Auch für uns Pfleger ist das gut. Jeden morgen, wenn wir gucken müssen, ob noch alle Vögel da sind, ist das für uns eine halbe Stunde Entschleunigung." Künftig kommt die eine oder andere Minute noch hinzu. Denn zur Zeit leben gerade mal sieben Arten in der Voliere. Es sollen aber 15 bis 20 werden; auch ein neues Allfarblori-Pärchen soll später einziehen. "Deren Lebensraum ist stärker bedroht, als der der Loris, die wir hier hatten", erklärt Nolte den Sinn dieser Artenmischung. "Wir wollen vor allem Vögel aus dem asiatischen Regenwald, die in ihrem Bestand bedroht sind durch die Vernichtung ihres Lebensraumes zwecks Palmölherstellung."

Allerdings wolle man die bedrohten mit plakativen Arten zusammenbringen, wie den Krontauben etwa, die man kaum übersehen kann. So wenden sich Besucher auch nicht frustriert ab, wenn sie nach einer halben Stunde Käfigstarren keinen einzigen Vogel zu Gesicht bekommen haben.

Quelle: RP
 
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