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Duisburg
Geförderte Projekte für die Demokratie

Duisburg: Geförderte Projekte für die Demokratie
Jennifer Jonczyk, Vorsitzende des Jugendrings. FOTO: BDKJ
Duisburg. Das Programm "Demokratie leben" vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt Projekte, die die Demokratie fördern. Nach einem halben Jahr ist es Zeit, ein Zwischenfazit zu ziehen. Von Carolin Skiba

"Demokratie leben!" heißt ein Bundesprogramm des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, an dem Duisburg seit dem vergangenen Jahr teilnimmt. Durch das Projekt sollen Demokratie, Freiheit und Rechtstaatlichkeit gestärkt werden. Zu Beginn jeden Jahres können sich zivilgesellschaftliche Akteure um Fördermittel bewerben. 2016 werden insgesamt 20.000 Euro auf acht Duisburger Projekte verteilt. Einige der Projekte, die für das Programm ausgewählt wurden, haben bereits Anfang des Jahres begonnen. Darum kann jetzt, nach der Hälfte des Jahres, ein erstes Zwischenfazit gezogen werden. Zu den bereits angelaufenen Projekten zählen beispielsweise die Flüchtlingsangebote des Lions Club Concordia. Dieser engagiert sich besonders in der Flüchtlingshilfe Neudorf, unterstützt aber auch Diskussionsrunden, bei denen Akteure der Zivilgesellschaft mehr über das Thema erfahren können. Ein weiterer Projektträger, ARIC-NRW, begann unter dem Slogan "Das Problem heißt Rassismus" im Juni mit einer Auftaktveranstaltung, um auf die neue Diskriminierungsstudie aufmerksam zu machen. Die Arbeit in diesem Themenfeld ist ein wichtiger Beitrag für das Duisburger Ziel, der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus beizutreten. Eine weitere Aktion wandte sich vor allem an die jungen (Neu-)Duisburgerinnen und Duisburger: Mit rund 80 Kindern und Jugendlichen besuchten Betreuer des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) den Duisburger Zoo und haben damit den Austausch unter jungen Geflüchteten gefördert.

"Ich freue mich besonders darüber, dass mit dem Bundesprogramm auch so viele Kinder und Jugendliche in unserer Stadt erreicht werden können", bilanziert Jennifer Jonczyk, Vorsitzende des Jugendrings. Dieser stellt die externe Fach- und Koordinierungsstelle für das Bundesprogramm und arbeitet eng mit dem Jugendamt zusammen, welches wiederum das Projekt federführend betreut.

Ein Projekt, das Ende Juni bereits ausgelaufen ist, ist vom Verein Arbeit und Leben: "Try walking in my shoes - eine interkulturelle Jugendbegegnung mit allen Mitteln der Kunst". In Verbindung mit den Duisburger Akzenten "Tore zur Welt" fanden kulturelle Werkstätten mit jungen unbegleiteten Flüchtlingen statt. In diesen wurde danach gefragt, welche Gründe der Flucht es gab, wie das alte Leben aussah und wie die Vorstellungen vom neuen sind. Mit dabei waren das Junge Ensemble Ruhr, Tänzerinnen aus Duisburgs Partnerstadt Gaziantep und das Team vom Medienbunker Marxloh. Präsentiert wurden die Ergebnisse unter anderem zum Weltflüchtlingstag im Juni. Ein weiteres Projekt vom Verein Arbeit und Leben - "Ein Stern in dunkler Nacht-Flüchtlinge willkommen" - wird im Oktober starten.

Einige der Projekte beginnen in der zweiten Jahreshälfte: Noch in diesem Monat startet der Verein für Kinderhilfe und Jugendarbeit das Projekt "Alte Heimat - neues Leben", gefolgt von einer erneuten Auflage des interkulturellen Konzerts "Ein Stern in dunkler Nacht" von Arbeit und Leben. Das interkulturelle Verständnis zu fördern, ist auch das Ziel der Europäischen Akademiker aus Giresun, die am 5. November zu einer Vortragsreihe einladen. "Ich bin stolz darauf, dass sich so viele Menschen in unserer Stadt für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft einsetzen und hoffe auf weitere Fördermittel für dieses Programm" so der Dezernent für Familie, Kultur und Bildung Thomas Krützberg, der auch dem Begleitausschuss vorsitzt. Eine Hoffnung, die vielleicht schon im kommenden Jahr Realität werden kann, denn im Bundeshaushaltsplan sollen im kommenden Jahr die Mittel für "Demokratie leben!" verdoppelt werden.

Quelle: RP
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