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Duisburg
Gegen Hunde als Ware

Tierschützer protestieren gegen Welpenverkauf bei Zajac
Duisburg. Mitglieder verschiedener Tierschutzorganisationen führten am Samstag in der Duisburger Innenstadt einen "Aktionstag gegen Welpendiscount" durch. Das Feindbild war der Tierhandel "Zoo Zajac".

Als reine Ware, als bloßes Handelsgut betrachtet zu werden haben junge Hundebabys nicht verdient. Vom fröhlichen Wuff der Welpen und ihrem Weh, wenn sie von herzlosen Züchtern und skrupellosen Tierhändlern über den Verkaufstisch gezerrt werden, berichtete in der Duisburger Fußgängerzone am Kuhtor eine Informationsaktion der Initiative gegen den Welpendiscount.

150 Aktivisten

Unterstützt wurde die Aktion durch zahlreiche weitere Tierschutzorganisationen und Privatpersonen darunter die Tierschutzpartei, Animal-Peace, die Hundeschule Rütters Dog, der Deutschen Tierhilfeverband und das Tierheim Duisburg. Angetreten waren 150 Unterstützer, die am Stand informierten oder mobil in der Fußgängerzone Unterschriften gegen den Welpenverkauf in Tierhandlungen sammelten und Informationsmaterial verteilten.

Keinen Zweifel ließ Nicola Welp am Feindbild auf das die Aktion zielte. Es handelte sich um den nach eigenen Angaben weltgrößten Tierhandel Zoo Zajac im Duisburger Norden.

"Mit dem Welpenhandel macht Zajac ein neues Fass auf, das sich nicht durchsetzen darf", sagte sie. Einerseits grabe der Tierhandel den um das Tierwohl bemühten Tierheimen das Wasser ab, überschwemme aber letztlich die gemeinnützigen Einrichtungen mit schlecht sozialisierten, verunsicherten, ängstlichen, kranken und vernachlässigten Hundekindern, mit denen ihre neuen Herrchen nicht fertig werden, die sie überlasten und die nerven.

Von einem "handfesten Skandal" spricht in diesem Zusammenhang Reinhold Kassen von Animal-Peace. "Herrn Zajac sind die Welpen der Hinterhofvermehrern, von Züchtern möchte ich nicht sprechen, wurst. Nach eigenen Angaben will er 1000 Hundewelpen im Jahr verkaufen und hat selbst dafür eingekauft. An die selbst gesteckten Zahlen reicht er aber in keiner Weise heran. Ihm geht es doch nur darum, sich einen werbewirksamen Streichelzoo aufzubauen. Wo die Welpen letztendlich bleiben, darauf bleibt Zajac jede Antwort schuldig. Wir vermuten, dass sie über kurz oder lang in den Tierheimen ankommen", fasst Reinhold Kassen die Kritikpunkte am Welpenhandel zusammen. Dem pflichtet Susanne Hannen von der Hundeschule Rütters Dog bei. Der Geldfluss stehe bei seriösen Züchtern nicht im Vordergrund. Sie berieten intensiv vor dem Kauf über Hund und Rasse, investierten viel Arbeit und Zeit und kümmerten sich lange nach dem Geschäft weiter um Hund und neues Frauchen oder Herrchen.

(RP/top)
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