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Duisburg
Geldregen prasselt auf Duisburg nieder

Duisburg: Geldregen prasselt auf Duisburg nieder
Viel Geld soll in den Straßenbau gehen, unter anderem auch am Kalkweg in Wedau (oben). Mehr Kreisverkehre wie (links unten) in Duissern sollen Ampeln überflüssig machen. Das Theater (unten rechts) bekommt eine Rampe. FOTO: Archiv
Duisburg. Rund 80 Millionen Euro wird die Stadt in den kommenden drei Jahren in die Infrastruktur investieren, 73 Millionen davon stellt der Bund zur Verfügung. Das Geld wird nicht mit der Gießkanne ausgeschüttet, sondern gezielt ausgegeben. Von Hildegard Chudobba

80 Millionen Euro wird die Stadt Duisburg bis 2018 in Infrastrukturverbesserungen investieren. Die Mittel stammen überwiegend aus dem Programm des Bundes für finanzschwache Kommunen. Duisburg erhält daraus 73 Millionen und muss einen jeweils zehnprozentigen Eigenanteil aufbringen. Oberbürgermeister Sören Link und Stadtkämmerer Dr. Peter Langner stellten gestern die Liste der Maßnahmen vor, die die Verwaltung zusammengestellt hat. Vorschläge aus der Politik können im Austausch berücksichtigt werden. Sören Link zeigte sich gestern allerdings zuversichtlich, dass "wir mit unserer Liste beim Rat gute Karten haben". Punkten kann er damit, dass bei Umsetzung dieser mehr als 200 Projekte Einsparungen im städtischen Haushalt in Höhe von jährlich 1,6 Millionen Euro möglich sind. Ausgegeben werden dürfen die 73 Millionen Euro des Bundes für förderfähige Projekte zum Beispiel der Bildungsinfrastruktur, für Lärmminderung, Luftverbesserung oder energetische Sanierungen.

Rund die Hälfte des Geldes will die Stadt in die Straßensanierung stecken. Das Aufbringen von Flüsterasphalt, der Abbau von Ampelanlagen (ersatzlos oder im Austausch mit Kreisverkehren), eine bessere Vernetzung der Radwege und Schlaglochbeseitigung im gesamten Stadtgebiet stehen ganz oben an. Unter anderem soll der Kalkweg von dem Kopfstein gepflasterten Abschnitt nahe des Stadions "befreit" werden, wofür allein schon rund eine Million Euro nötig ist.

FOTO: Probst, Andreas (apr)

Sehr viel mehr, nämlich zwölf Millionen Euro, wird es kosten, die Straßen- und Ampelbeleuchtung bis 2018 komplett auf die energiesparende LED-Technik umzustellen. Dadurch kann die Stadt jährlich 550.000 Euro Energiekosten einsparen. Genau dieser Betrag ist nötig, um die Aufzüge in den U-Bahn-Haltestellen auf energiesparende Technik umzustellen (80 Prozent weniger Energiekosten). 190.000 Euro kostet ein Blockheizkraftwerk für das Rhein-Ruhr-Bad. Einsparung: 80.000 Euro pro Jahr.

5,6 Millionen Euro - so schlägt es die Stadtspitze vor - sollen in den Zoo fließen, zum Beispiel, um die veralteten Leitungs- und Rohrsysteme zu erneuen und den desolaten Zustand des Wirtschaftshofes zu beenden. Zugleich soll im Zoo in Kooperation mit der Gesellschaft für Beschäftigungsförderung eine Jugendwerkstatt eingerichtet werden, von der junge Arbeitslose profitieren können. Die energetische Sanierung der Schulen, einschließlich der Sanierung der Toilettenanlagen, will sich die Stadt 24 Millionen Euro kosten lassen. Und eine Million Euro - so ist es geplant - werden einwohnerabhängig unter den sieben Bezirken für kleinere Maßnahmen verteilt.

FOTO: Christoph Reichwein (crei)

Auch den Abbau von Barrieren will die Stadt mit Hilfe des Förderprogramms voranbringen. Im Kultur- und Stadthistorischen Museum ist zum Beispiel der Einbau eines Aufzuges geplant, und am Theater soll eine Rampe Rollstuhlfahrern den Weg ebnen.

"Duisburgs Gesicht wird 2018 ein anderes sein", ist Sören Link sicher. Denn die Bürger könnten dann sehen, wohin das Geld geflossen ist. Bei 37 Maßnahmen ist das schon heute oder in den nächsten Monaten der Fall. Denn bereits seit dem Sommer fließt Geld aus diesem Programm in den Straßenbau; so auf der Holtener Straße im Duisburger Norden, auf der Blankenburger Straße im Süden oder nach Baerl, wo am Bahnhof ein neuer Parkplatz gebaut wird.

FOTO: Christoph Reichwein (crei)

Der Zeitplan sieht vor, dass dem Stadtrat die Vorschlagsliste am Montag in einer Woche vorgelegt wird. Bis zum 29. Februar können die Bezirksvertretungen und Fachausschüsse beraten, bevor dann der Rat den erforderlichen Nachtragshaushalt beschließt.

Quelle: RP
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