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Duisburg
Gemeinsam sind sie stärker

Duisburg. Die Malteser St. Anna gGmbH und das Katholische Klinikum Duisburg haben einen Kooperationsvertrag geschlossen. Damit wollen sie sich besser für den Wettbewerb auf dem Krankenhausmarkt rüsten. Von Marita Jüngst

Süden Kleine Krankenhäuser haben auf dem Markt immer geringere Chancen zu überleben. Der Wettbewerb ist härter geworden, zum einen durch die Gesundheitsreform und die geringeren Mittel, die das Land zur Verfügung stellt, zum anderen durch die privaten Betreiber. Die Erkenntnis ist nicht neu, zwingt aber zum handeln. Deshalb haben sich die Malteser St. Anna gGmbH in Huckingen und das Katholische Klinikum Duisburg (KKD) entschlossen, einen Kooperationsvertrag zu schließen, um künftig besser für den Wettbewerb gerüstet zu sein.

Gestern stellten die Geschäftsführer der beiden Häuser, Udo Lavendel (Malteser) und Clemens Maurer (KKD), ihre Pläne für eine engere Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen vor. "Synergien finden, Stärken ausbauen, Versorgung optimieren", das sind die Säulen der Kooperation. Dass es dabei auf längere Sicht wohl nicht ganz ohne Personaleinsparungen gehen wird, ist auch Udo Lavendel klar. Allerdings sollten Stellen dann nach Möglichkeit sozialverträglich abgebaut werden. Schließlich sind sich beide katholischen Häuser ihrer menschlichen Verantwortung bewusst.

Doch so weit reichen die Pläne derzeit noch lange nicht. Als erste Schritte haben die beiden Krankenhäuser die Krankenpflegeschulen zusammengelegt. Nach wie vor stellt jedes Haus selbst ein, doch die Ausbildung erfolgt im Verbund. Auch der Einkauf wird gemeinsam erledigt – in größeren Mengen wird es preiswerter. Außerdem wird zurzeit geprüft, wie die Essens-Belieferung der einzelnen Einrichtungen künftig gemeinsam organisiert werden kann.

Für Clemens Maurer war es keine Frage, auf welchen Krankenhausträger er zwecks einer Kooperation in Duisburg zugehen sollte. Die katholische Trägerschaft verbindet. "Auch von der Menschlichkeit her passt es." Zudem arbeiten die beiden Häuser bereits im Brustzentrum zusammen. Künftig wollen Lavendel und Maurer auch Ärzte anderer Disziplinen zusammen bringen, damit die sich austauschen können. Denn ein Ziel der Kooperation ist es auch: "Die Qualität zu verbessern", sagt Udo Lavendel.

Wichtig ist beiden Partnern, auch weiterhin eine flächendeckende und umfassende medizinische und pflegerische Versorgung der Bevölkerung vom Norden bis Süden anzubieten. "Die Kooperation hat eigentlich Vorteile für alle", sagt Udo Lavendel. Beide Partner betonen aber auch, dass es sich um keine Fusion, sondern eben um eine Kooperation handele. Beide Häuser bleiben eigenständig. Das zeigte sich auch an der Wahl des Ortes, an dem die beiden ihren Vertrag vorstellten. Nicht etwa in einer der beiden Kliniken, sondern im Haus der Unternehmer in Buchholz.

Quelle: RP
 
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