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Duisburg
Der Wahlkampf soll auch Spaß machen

Gerhard Meyer zur Bürgermeisterwahl 2017 in Duisburg: Wahlkampf soll auch Spaß machen
Auf Großplakaten mit unterschiedlichem Hintergrund wirbt der parteilose OB-Kandidat Gerhard Meyer um Wählerstimmen. FOTO: Luhrenberg
Duisburg. Gerhard Meyer will als parteiloser OB-Kandidat bei den Duisburgern punkten. Von Hildegard Chudobba

Gerhard Meyers Terminkalender ist bis zum 24. September prall gefüllt. Aber der parteilose OB-Kandidat stöhnt darüber keineswegs nicht. "Mir gefällt es, Bürgern zuzuhören und mit ihnen ins Gespräch zu kommen." Bekanntlich haben sich CDU, Grüne, Bürgerlich Liberale und Junges Duisburg gemeinsam darauf geeinigt, den 57-Jährigen ins Rennen zu schicken. Der ehemalige Stadtwerke-Betriebsratschef schätzt es, "dass ich meine Vorstellungen und nicht die einer Partei zur Sprache bringen kann", wobei die, die ihn unterstützen, diese Ziele auch weitgehend unterschreiben können.

Das ist zum Beispiel beim Thema bürgernahe Verwaltung der Fall. Dass ein Bürgerservicezentrum wie gerade erst geschehen wegen Personalmangel schließen muss, hält Meyer für inakzeptabel. Besonders dort, wo großer Publikumsverkehr herrscht, müsse die Verwaltung für die Bürger immer zur Stelle sein. Werde er Verwaltungschef, "dann werde ich alles daran setzen, dass die Mitarbeiter den Servicegedanken stärker verinnerlichen". Dass so etwas funktioniert, habe er als Stadtwerke-Betriebsratschef gesehen.

OB-Kandidaten in Duisburg 2017 FOTO: wfbm/crei

Vorsorgliches Agieren fordert er beim Thema verkehrliche Infrastruktur. Von der A40-Brückensperrung beispielsweise sei die Stadtspitze überrollt worden und hätte vergeblich versucht, Bypässe anzulegen, wo es gar keine gibt. Meyer schwebt vor, eine Expertenkommission einzurichten, die Pläne für den Notfall entwickelt. Die Stadt müsse vorbereitet sein, wenn zum Beispiel am Autobahnkreuz Kaiserberg gebaut wird, die A59 Richtung Norden erweitert wird, der B288-Ausbau ansteht und auch, wenn der Karl-Lehr-Brückenzug neu gebaut wird.

Handeln ist nach Ansicht des parteilosen OB-Kandidaten auch bei den Kindergärten nötig. Selbst wenn ausreichend Plätze zur Verfügung stehen sollten, die Qualität stimme in keinem Fall. Die Gruppen seien oft viel zu groß, weil Personal fehle. "Mir macht es Sorgen zu sehen, wie Kinder und Jugendliche in Duisburg aufwachsen, denn hier ist alles von Mangel geprägt". Eine Personalaufstockung im Kindergartenbereich gehört zu den Maßnahmen, die er sich vorgenommen hat.

Auch die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Duisburg müsse forciert werden. Der OB und seine Wirtschaftsförderer täten hier nicht genug, ist Meyer überzeugt und will auch hier Fachleute an den Tisch holen. Negativ aufgefallen ist ihm ebenfalls, "dass Fördergelder hier nicht immer zielführend eingesetzt werden" und nennt als Beispiel Marxloh. Dort wurden Millionen Euro investiert, um die Lebensbedingungen zu verbessern, doch die Wirklichkeit spreche eine andere Sprache. Und dass das Stadtimage außerhalb Duisburgs ein ziemlich schlechtes ist, daran müsse vordringlich etwas geändert werden.

Heute wird sich Gerhard Meyer ab 12 Uhr den Bürgern in der Innenstadt vorstellen. Gemeinsam mit den Spitzen der Parteien, die seine OB-Kandidatur unterstützen, will er Rede und Antwort stehen. So hat er bereits geäußert, dass er dagegen ist, im Wald hinter der Uni Bäume zu fällen für eine UDE-Erweiterung, die gar nicht geplant sei. Dass das DOC auf dem Güterbahnhofsgelände vielleicht eine falsche Standortentscheidung ist, hält er für denkbar. Und auch Proteste aus Ruhrort gegen die massive Bebauung der Mercatorinsel kann er durchaus nachvollziehen. Meyer ist in Ruhrort als Sohn einer Schifferfamilie aufgewachsen. Ein Erfolg wäre es für ihn bereits, den Herausforderer Sören Link in einen zweiten Wahlgang zu zwingen. Angesicht der Vielzahl von OB-Kandidaten ist das durchaus vorstellbar.

Quelle: RP
 
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