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Duisburg
Geschäft mit den alten Kleidern vor Gericht

Duisburg: Geschäft mit den alten Kleidern vor Gericht
Mit der Kleidung, die in Altkleidercontainern wie diesem entsorgt wird, kann viel Geld verdient werden. FOTO: NN
Duisburg. In Duisburg sind die städtischen Wirtschaftsbetriebe für das Sammeln von Altkleidern zuständig. Anträge von privaten Sammelbetrieben werden von der Stadt meist abgelehnt. Nun wollen elf private Sammler die Genehmigung vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf einklagen. Denn mit alten Kleidern lässt sich gutes Geld verdienen. Von Laura Sandgathe

Ob T-Shirt, Hose oder Schuhe: Mit abgelegter Kleidung kann man reich werden. Eine Tonne Altkleider hat einen Verkaufswert von 200 bis 500 Euro. Und es ist vergleichsweise leicht, an die "Ware" Altkleider zu kommen: Es reicht, an verschiedenen Standorten in der Stadt Container aufzustellen. Dann heißt es warten. Und nach ein paar Wochensind die Container voll und ihr Inhalt kann zu Geld gemacht werden.

In Duisburg sind mehr als 200 Altkleidercontainer aufgestellt. Im Jahr 2013 wurden in diese Container insgesamt etwa 1200 Tonnen Kleidung geworfen. Rechnet man mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 300 Euro pro Tonne, waren mit dieser Menge immerhin 360 000 Euro zu verdienen. 

Doch wer in Duisburg mit alten Kleidern Geld macht, ist klar geregelt: Es sind die Wirtschaftsbetriebe - und niemand sonst. Denn seit dem 1. Juni 2012 ist festgelegt, dass jeder, der in Duisburg Altkleider sammeln will, beim städtischen Amt für Umwelt und Grün einen entsprechenden Antrag stellen muss. Auffällig ist: Von den 34 privaten Unternehmen, die bislang bei der Stadt einen solchen Antrag eingereicht haben, hat nicht eines eine Genehmigung bekommen.

Altkleider aus Duisburg werden in alle Welt verkauft

Das Monopol liegt also bei den Wirtschaftsbetrieben Duisburg. Sie verkaufen die Kleidung, die im Altkleidercontainer landet, an einen Entsorger in Bremen. Dort werden die Kleider geprüft und nicht mehr tragbare Kleidung wird aussortiert. Im Durchschnitt ist etwa 50 Prozent der Kleidung noch tragbar und damit verkäuflich. Sie geht zu unterschiedlichen Teilen an Kleiderkammern in Deutschland - und in die ganze Welt. Von den übrigen 50 Prozent werden laut Wirtschaftsbetrieben Duisburg etwa 46 Prozent industriell verwertet. Aus diesen Kleidern entstehen zum Beispiel Putzlappen. Etwa vier Prozent sind so verschmutzt, dass sie sofort verbrannt werden.

Dass sie das Monopol für die Sammlung von Altkleidern den Wirtschaftsbetrieben überlässt, begründet die Stadt Duisburg wie folgt: Das System der Wirtschaftsbetriebe funktioniere gut und es sei nicht nötig, dass sich weitere Parteien auf diesem Gebiet betätigen. Außerdem seien die Anträge, die private Altkleidersammler an die Stadt gestellt haben, teilweise nicht vollständig gewesen.

Elf private Sammler von Altkleidern wollen sich das Recht, in Duisburg Altkleider zu sammeln, nun vor dem Verwaltungsgericht in Düsseldorf erkämpfen. Eine frühere Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Münster könnte für das Urteil richtungsweisend sein: Das Gericht hatte die Sammlungsverbote für private Altkleidersammler in mehreren Städten vorläufig außer Kraft gesetzt.

 

(lsa)
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