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Duisburg
Gesucht werden... drei erfahrene Führungskräfte

Duisburg. Mit drei Stellenausschreibungen sucht die Stadt Duisburg aktuell einen neuen Personaldezernenten, einen Beigeordneten für Sicherheit und Recht sowie einen weiteren für Wirtschaft und Strukturentwicklung. Bewerben kann sich nach den Ausschreibungstexten (mit Ausnahme auf das Rechtsdezernat) jeder, der sich für eine hervorragend qualifizierte und erfahrene Persönlichkeit hält beziehungsweise dessen Ausbildung und berufliches Profil einen überzeugenden Nachweis für die herausgehobene Position erbringen. Lediglich der Dezernent für Sicherheit und Recht muss Volljurist mit der Befähigung zum Richteramt sein.

Die Ausschreibungen für den Personal- und für den Wirtschaftsdezrenten lassen somit einen breiten Spielraum. Die Bewerber müssen danach - rein theoretisch - weder über einen Hauptschulabschluss noch über ein abgeschlossenes Studium verfügen, wobei die Forderung nach hervorragender Qualifizierung sicherlich bei der Auswahl sehr stark eingrenzend sein dürfte. Ob Mann oder Frau, ob schwerbehindert oder nicht - das spielt keine Rolle. Die Bezahlung erfolgt nach den Vorgaben des Landes NRW. Eingestuft werden die drei neuen Dezernenten in die Gruppe B5 und erhalten somit mindestens ein monatliches Grundgehalt von rund 8400 Euro. Ihre Arbeitsverträge sind auf acht Jahre ausgelegt. Dann müssten sie sich erneut zur Wahl stellen.

Dass hoch-qualifizierte Persönlichkeiten es da vorziehen, in die Privatwirtschaft zu gehen, die bei solchen Anforderungen erheblich besser bezahlt, diese Erfahrung hat die Stadt schon oft machen müssen. In der Vergangenheit rannten Interessierte dem Rathaus nicht gerade die Türen ein. Sowohl die im Vergleich zur Wirtschaft niedrige Entlohnung, wie auch die Tatsache, dass Duisburg bundesweit nicht gerade zu den Städten mit Top-Image zählt, tragen hierzu bei. Zudem können erfahrungsgemäß viele, die sich für solche Führungspositionen berufen fühlten, bei genauerer Prüfung den Nachweis nicht im Ansatz erbringen.

Die Ausschreibung läuft bis zum 12. Januar. Dann beginnt das Auswahlverfahren, an dessen Ende ein ein engerer Bewerberkreis die Chance erhält, sich persönlich vorzustellen. In die Auswahl ist die Ratspolitik eng eingebunden.

In Duisburg ist es traditionell nicht unwichtig, dass die Bewerber ins politische Farbenspiel passen. Derzeit zum Beispiel werden mit Ausnahme des Umweltdezernenten (Grüne) die übrigen als SPD-Mitglieder oder zumindest -Sympathisanten geführt. Das Rechtsdezernat war mit einem CDU-Mitglied besetzt, und die Christdemokraten haben auch bei der Neubesetzung das Vorschlagsrecht. Bei dem gesuchten Wirtschaftsdezernenten wollen sich SPD und CDU, so heißt es, auf einen geeigneten Bewerber einigen. Und der neue Personaldezernent wird auf dem Ticket der Sozialdemokraten ins Rathaus einziehen.

Antreten sollen die drei Gesuchten ihre Stelle "zum nächstmöglichen Zeitpunkt". Selbst wenn sie zum 1. Januar ihre Arbeit aufnehmen könnten, wird das nicht der Fall sein. Denn der Rat der Stadt, in dem SPD und CDU die Mehrheit haben, muss über die Besetzungen entscheiden. Doch er kommt erst wieder am 5. März zusammen.

(hch)
 
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