| 00.00 Uhr

Duisburg
Gewerkschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen das St. Anna

Duisburg. Extrem schmutzige Praktiken an Duisburger Klinik will die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU im Fall von Reinigungskräften am St. Anna-Krankenhaus in Huckingen ausgemachthaben. Hier seien Beschäftigte systematisch um ihren Lohn geprellt worden. Mehrere bulgarische Mitarbeiter eines Bonner Reinigungsunternehmens müssten unbezahlte Mehrarbeit leisten und fachfremde Arbeiten machen, so Gewerkschaftssekretärin Heike Stoffels. Eine Mitarbeiterin sei sogar dazu gezwungen worden, ihren Lohn an eine Vorgesetzte weiterzugeben. Die IG BAU Rheinland fordert das Unternehmen auf, die "haarsträubenden Zustände" umgehend zu beenden.

"Die Betroffenen haben Arbeitsverträge von gerade einmal einer halben Stunde pro Woche. Das ist in der Branche nicht unüblich - aber in Duisburg arbeiten die Beschäftigten tatsächlich zwischen drei und 4,5 Stunden täglich", sagt Heike Stoffels. Ausbezahlt würden aber maximal zwei Stunden pro Tag.

Außerdem hätten die Vorarbeiterinnen der Firma von den Beschäftigten verlangt, die eigenen Aufgaben mit zu übernehmen und auch fremde Objekten zu reinigen, darunter ein privates Gartenhäuschen. Für alle diese Aufgaben hätten die Mitarbeiterinnen keine Bezahlung bekommen, so Stoffels. "Eine bulgarische Mitarbeiterin musste unter Aufsicht mehrmals 650 Euro vom Konto abheben und ihrer Vorarbeiterin geben - ein ungeheuerlicher Vorgang", so Stoffels. Hierzu liege der IG BAU eine eidesstattliche Erklärung vor. Vom Verbot der Krankmeldung bis hin zu nicht gezahltem Urlaubsgeld seien noch weitere Missstände in der Reinigung am St. Anna-Krankenhaus dokumentiert. Die IG BAU spricht von einer wahren "Horrorkatalog".

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Duisburg: Gewerkschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen das St. Anna


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.