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Duisburg
Großbaustelle Düsseldorfer Straße
Duisburg: Großbaustelle Düsseldorfer Straße
FOTO: Archiv
Duisburg. Stadtplanerisch könnte beim City-Umbau an der Düsseldorfer Straße ein großer Wurf gelingen. Ob Abriss- und Neubau der benachbarten Gebäude von Zentralbibliothek und Volksbank allerdings zeitgleich möglich sind, ist fraglich. Von Mike Michel

Der Vorstand des Volksbank Rhein-Ruhr hat es eilig. Am liebsten würden die Banker bereits Ende dieses Jahres mit dem Abriss und Neubau ihrer Hauptstelle an der Düsseldorfer Straße beginnen. Dabei soll es sich um ein großes Vorhaben mit einer Investition in zweistellige Millionenhöhe handeln. Denn die Bank will ihr Bekenntnis zum Standort Duisburg deutlich machen und ihren in die Jahre gekommenen Immobilienkomplex abreißen lassen und in zeitgemäßer Ausstattung neu errichten lassen. Betroffen sind Immobilien an der Düsseldorfer Straße und der Börsenstraße bis um die Ecke zur Vom-Rath-Straße, wo sich auch das von der Arbeiterwohlfahrt genutzte Haus befindet. Während der Bauphase würden die mehr als 150 Volksbank-Mitarbeiter ausquartiert und in Übergangs-Räumen arbeiten.

Auf der anderen Straßenseite gegenüber der Börsenstraße liegt der Gebäudekomplex der Zentralbibliothek mit dem benachbarten früheren Europakino, in dem schon seit einiger Zeit der "High Five"-Club residiert und regelmäßig Szene-Partys veranstaltet. Die Betreiber des "High Five" würden ihre erfolgreiche Veranstaltungsreihe wohl auch gerne über das Jahr 2013 hinaus ausrichten. Daneben befindet sich der Opernshop, dessen Schließung im Rahmen der Einspardiskussion der Deutschen Oper am Rhein bereits in Erwägung gezogen wurde. Im Rahmen des Einsparkonzepts wird überlegt, alle Theaterkarten an einer Stelle zentral zu vertreiben. Das könnte im Theater selbst passieren.

Der Volksbank-Vorstand könnte es sich vorstellen, schon Ende dieses Jahres mit dem Abriss zu beginnen. Was läge da näher, als direkt nebenan zeitgleich zu starten? Die Ecke wäre ohnehin für Monate eine Riesen-Baustelle und könnte so die Behinderungen an dieser Stelle zeitlich komprimieren. Das alte Bibliotheks-Gebäude wird nicht mehr benötigt, wenn die neue Zentralbibliothek im "Stadtfenster" an der Steinschen Gasse eröffnet wird. Der Rohbau dort wird zwar noch in diesem Jahr fertig, wegen des aufwendigen Innenausbaus ist eine Inbetriebnahme aber erst 2014 möglich. Gleichzeitig muss aber auch noch die Nachnutzung des Gebäudes an der Düsseldorfer Straße geregelt werden. Das Unternehmen Multi Development Germany, das mit dem Forum, der Königsgalerie und dem "Stadtfenster" in Duisburg ohnehin schon sehr aktiv war und wie berichtet eine neue Hauptverwaltung vis à vis des Hauptbahnhofs an der Mercatorstraße plant, hatte schon vor längerem Interesse an einer Entwicklung bekundet, eventuell mit einer weiteren Shopping-Mall, die eine bessere Verknüpfung zwischen Forum und Königsgalerie herstellt. Auf die Ausschreibung des städtischen Immobilien Management Duisburgs (IMD) ist aber Multi Development dem Vernehmen nach nicht der einzige Interessent gewesen.

Eine Entscheidung über den Investor steht noch aus. Sie dürfte sicher noch in diesem Jahr fallen. Dass ein neuer Entwickler das jetzige Gebäude der Bibliothek abreißt, gilt als sicher. Eine Sanierung der Immobilie kommt wohl nicht mehr infrage: Ein Umbau wäre viel zu aufwendig und zudem wirtschaftlich unsinnig. Allerdings: Ein Baubeginn in diesem Jahr, ja selbst bis zum Frühjahr 2014 wäre schon sehr kurzfristig. Die Volksbank-Vorstand will zumindest versuchen, mit dem neuen Entwickler Kontakt aufzunehmen, um ein gemeinsames Vorgehen zu diskutieren.

Quelle: RP
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