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Duisburg
Große Chance für Alleinerziehende

Duisburg. Start Zeitarbeit setzt auf familienfreundliche Teilzeitausbildung in Partnerschaft. Von Sandra Kaiser

Angefangen hat er im Oktober 2004 als kleiner Familien-"Betrieb". Heute, elf Jahre später, hat der Verein Zukunftsorientierte Förderung (ZOF) 1400 Mitarbeiter und ist überregional in 28 Städten in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe sowie der Flüchtlingsbetreuung aktiv. Seit kurzem ist der Verein, der im März kommenden Jahres seinen Sitz von Ruhrort nach Großenbaum verlagern und sich dort vergrößern will, zudem zertifizierter Ausbilder. Die erste Auszubildende hat bereits ihre Arbeit aufgenommen: die junge Inderin Gaganpreet Kaur.

Die 28-Jährige lebt seit 1994 in Deutschland und ist alleinerziehende Mutter zweier Kinder (vier und sechs Jahre alt). Als angelernte Kraft arbeitete sie nach ihrem Schulabschluss in verschiedenen Bereichen. Eine qualifizierte Ausbildung auf herkömmlichem Wege war in ihrer Situation nahezu unmöglich, weil ihr die notwendige Flexibilität fehlt. "Ich habe lange vergeblich nach einer Ausbildungsstelle gesucht. 60 bis 70 Bewerbungen habe ich in diesem Jahr geschrieben, aber nur Absagen bekommen", erzählt sie. Aber schließlich hatte die Beauftragte für Chancengleichheit aus dem Jobcenter Duisburg eine Lösung für sie: eine partnerschaftliche Ausbildung in Teilzeit, initiiert vom Personaldienstleister Start Zeitarbeit.

Start engagiert sich seit zehn Jahren in der partnerschaftlichen Ausbildung. Derzeit beschäftige der Personaldienstleister landesweit 340 junge Menschen in partnerschaftlichen Ausbildungen, so Norbert Maul, Leiter aktive Arbeitsmarktpolitik. Den Ausbildungsvertrag schließen die Auszubildenden mit Start selbst ab, Start wiederum unterschreibt einen Kooperationsvertrag mit dem jeweiligen Partner, in diesem Fall ZOF. Die Kosten teilen sich die beiden Akteure. Und so macht Gaganpreet Kaur jetzt eine dreijährige Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Die 28-Jährige arbeitet 30 Stunden pro Woche; zwei Tage verbringt sie in der Schule, drei beim Verein ZOF. "Sie hat trotzdem die Möglichkeit, ihre Prüfung innerhalb der Regelausbildungszeit zu machen", so Start-Geschäftsführer Wilhelm Oberste-Beulmann. Und, was sehr wichtig ist: Die 28-Jährige hat immer noch Zeit, sich um ihre Kinder zu kümmern, sie morgens zum Beispiel in den Kindergarten bzw. in die Schule zu bringen. "Das ist eine tolle Lösung", sagt sie selbst. Die Ausbildung gefalle ihr sehr gut. "Ich bin so froh über die Chance, die mir Start ermöglicht hat. Auch mein neuer Arbeitgeber passt perfekt zu mir. Ich fühle mich sehr wohl."

Auch ZOF-Geschäftsführer Deniz Aksen ist zufrieden: "Wir erkennen in dem Konzept der partnerschaftlichen Ausbildung auch unsere eigenen Werte wieder", sagt er. "Frau Kaur ist ein Gewinn für unser multikulturelles und multilinguales Team."

Quelle: RP
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