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Duisburg
Grüne werfen Verein Rassismus vor

Duisburg. Die Kopftuch-Affäre um den Hamborner Verein BSF zieht weitere Kreise.

Vor kurzem berichteten wir darüber, dass der Verein BSF Hamborn 07 ein Kind für einen Tanzkurs nicht angenommen hatte, weil die Mutter ein Kopftuch trug. Dieses Ereignis ist bei den Duisburger Grünen auf völliges Unverständnis und Empörung gestoßen. So zeige sich, dass der Einzug von Rechtspopulisten in politischen Gremien einzelne Duisburger Vereine oder deren Verantwortliche ermuntere, öffentlich Diskriminierungen zu akzeptieren, heißt es in einer Stellungnahme der Grünen. "Solch ein Vorgehen ist nichts anderes als anti-muslimisch motivierter Rassismus. Das können wir nicht einfach hinnehmen," sagt Melih Keser, integrationspolitischer Sprecher der Grünen im Rat.

Der Versuch, die Ablehnung über die Satzung zu rechtfertigen, sei völlig daneben und unglaubwürdig. Auf der Internetseite des Vereins heiße es unter dem Punkt Philosophie: "Wir sind ständig gefordert, auf neue gesellschaftliche Anforderungen und einen sich ständig wandelnden Anspruch im Freizeitbereich vorausschauend zu reagieren. Ziel ist dabei weiterhin allen Sportinteressierten der Stadt Duisburg und Umgebung den Zugang zum Sport und zu unserem Verein zu ermöglichen." Dies könne doch nur bedeuten, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Religion, Rasse, ethnischer Herkunft oder sexueller Orientierung willkommen seien. Diese selbst auferlegten Grundsätze hätten die Verantwortlichen des Vereins offensichtlich verlassen und diskriminierten Menschen nach ihrem Aussehen, heißt es in der Stellungnahme der Grünen. "Würden Sie einen Menschen mit einer Kippa (Kopfbedeckung männlicher Juden) und anderen Kleidungsstücken, die mit Religionen in Verbindung gebracht werden, nicht annehmen?", fragt Keser weiter. "Allein schon die Vorstellung, dass so etwas passieren könnte, ist furchtbar."

Nach dem Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) §1 handelt es sich nach Auffassung der Grünen um eine Benachteiligung eines Menschen nach der Religion oder Weltanschauung. In einem weiteren Absatz heiße es, dass das Gesetz auch für Dienstleistungen anzuwenden sei. "Für die Grünen ist ärgerlich, dass solch ein Verein Förderungen von der Stadt Duisburg bekommen hat," sagt Keser. Man könne sich nicht vorstellen, dass die Stadt im Duisburger Norden Vereine unterstütze, die keinerlei Integrationsförderung betrieben oder sogar Menschen nach der Religion oder Weltanschauung benachteiligten. Die Grünen fordern die Stadt deshalb auf, zukünftige Förderungen für den Verein zu überprüfen.

Quelle: RP
 
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