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Duisburg
Grünes Licht für Kulturzentrum

Duisburg: Grünes Licht für Kulturzentrum
Genehmigt: Die Stadt gab für das Kulturzentrum auf dem Hof (auf dem Bild im Hintergrund) des Hauses Poststraße 3 in Hochheide grünes Licht. FOTO: UTE Gabriel
Duisburg. Die Stadt genehmigt den Umbau einer Lagerhalle an der Poststraße in Homberg-Hochheide zu einer Begegnungsstätte. Betreiber wird ein deutsch-libanesischer Kulturverein. Von Martin Krampitz

Jetzt ist es amtlich: Der deutsch-libanesische Kulturverein in Duisburg darf eine alte Lagerhalle im Anbau des Hauses Poststraße 3 mitten in Homberg-Hochheide zu einem Kulturzentrum mit Begegnungsstätte umbauen. Das zuständige Amt für Baurecht und -beratung erteilte vor wenigen Tagen die Baugenehmigung, so die Stadt.

Damit gibt es grünes Licht für ein Bauprojekt, dass für Aufsehen in der Öffentlichkeit sorgte, als die Redaktion darüber berichtete. Denn damals war noch nicht ganz geklärt, ob an der Poststraße eine Moschee oder ein Kulturzentrum entstehen soll. Zumal der Kulturverein in seinen Ende Juli 2015 gestellten Bauantrag geschrieben hatte, dass die Antragsteller im Hinterhof der Poststraße ein kleines Minarett mit einer Kuppel bauen wollen. Nadia Taleb, Sprecherin der Gemeinde, hatte dieser Zeitung bei einem Ortstermin versichert, es handele sich bei dem Minarett und der Kuppel lediglich um "Deko", also Dekoration des Kulturzentrums. Mit der Genehmigung kann der deutsch-libanesische Verein diese Pläne jetzt tatsächlich genauso umsetzen.

Mit der Genehmigung kann der Verein das etwa 200 Quadratmeter große Kulturzentrum wie geplant nach seinen Vorstellungen realisieren: Mit je einem Gebetsraum für Frauen und Männer, einem Seminarraum, einer Bibliothek, einem Café, mit Toiletten, Diele und Flur sowie getrennten Eingängen für Frauen und Männer.

Es gibt einige Auflagen für den Umbau des Anbaus: So müssen sämtliche Ausgänge und Notausgänge während der Öffnungszeiten des Zentrums sicher begehbar und gut sichtbar gekennzeichnet sein. Außerdem muss die Gemeinde zwei Feuerlöscher anbringen, im Obergeschoss und im Treppenraum vernetzte Rauchwarnmelder installieren.

Um die Nachbarschaft zu schonen, ist der Betrieb des Zentrums nur tagsüber und abends genehmigt, nicht aber nachts. Schließlich dürfen die Lärmwerte zwischen sechs und 22 Uhr in jeder Richtung des Wohngebiets, also in Richtung Post-, Ehren- und Moerser Straße, den Immissionsrichtwert von 60 Dezibel nicht überschreiten. Das gilt insbesondere für den Besucherverkehr einschließlich Ein- und Ausparken auf dem benachbarten Parkplatz.

Ein Gespräch mit einem Sprecher der Gemeinde kam gestern nicht zustande. Nadia Taleb, Eigentümerin und Vermieterin, fungierte im Bauantrag zunächst als Antragstellerin für das Bauprojekt. Die 40-jährige Hombergerin hatte bei einem Ortstermin im November 2015 gesagt: "Das Kulturzentrum soll allen Bürgern, Christen sowie Muslimen offen stehen. Mir und dem Verein ist ein friedliches Zusammenleben in Hochheide wichtig. Mein wichtigstes Ziel ist es, einen Treffpunkt anzubieten, um die Jugendlichen in Hochheide von der Straße zu holen." Auch die Bezirksvertretung (BV) Homberg/Ruhrort/Baerl hatte sich bereits mehrmals mit dem Kulturzentrum beschäftigt. Die Fraktionen von CDU und FDP hatten in den BV-Sitzungen im August und September nicht die gewünschten Informationen erhalten.

Quelle: RP
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