| 00.00 Uhr

Duisburg
Grundschüler machen jede Menge Zirkus

Duisburg: Grundschüler machen jede Menge Zirkus
Am Ende der Projektwoche wurden die Kinder in der Manege in einem Zweimast-Zirkuszelt zu Akrobaten, Clowns, Seiltänzern, Fakiren, Zauberern, Schwarzlichttänzern und Tierdompteuren. FOTO: Peggy mendel
Duisburg. In einer Projektwoche lernten Schüler der Grundschule Auf dem Berg die Zirkusarbeit kennen. Am vergangenen Wochenende führten die Mädchen und Jungen dann im Zirkuszelt auf, was sie gelernt haben. Von Daniel Bieber

Die Grundschule Auf dem Berg ist bekannt für ihr Engagement und ihre innovativen Ideen. Diese Begeisterung für Vielfalt und außergewöhnliche Projekte stellte sie jetzt mit einer besonderen Projektwoche unter Beweis, bei der der Circus Gerhard Sperlich auf dem Schulgelände gastierte.

Die 160 Schüler, ihre Eltern und Lehrer schlüpften in die Rolle der Zirkusfamilie und übernahmen die typischen Aufgaben und Tätigkeiten einer Zirkusfamilie, um am Ende der Projektwoche vier Aufführungen zu organisieren. Die Zirkusprofis um Direktor Gerhard Sperlich, die dieses Konzept der "Zirkuspädagogik" entwickelt haben, standen ihnen während der Projektwoche mit Rat und Tat zur Seite.

Etwa erklärten sie den Schülern, "wie die vier Ponys und fünf Ziegen gepflegt werden sollten, was bei einer Clown-Darbietung die Zuschauer zum Lachen bringt, wie sie unfallfrei auf einem Seil tanzen oder wie Jonglieren funktioniert", fasst Sperlich zusammen. Die Schüler haben aber auch während dieser Erfahrung am eigenen Leib miterlebt, wie hart Artisten arbeiten müssen, damit es in der Manege so einfach aussieht, und dass Zirkusleute viel Disziplin und Ausdauer benötigen.

Das Leitbild der Schule Auf dem Berg geht mit dem Ziel der Projektwoche, die jetzt nach 2010 zum zweiten Mal stattfand, einher, denn es geht Schulleiterin Camilla Dormagen vorwiegend darum, das Selbstwertgefühl der Schüler sowie die soziale Verantwortung zu stärken. Besonders die Arbeit mit Tieren, die wichtiger Bestandteil des Konzeptes sei, helfe, den Schülern Empathie, Rücksichtnahme und Verantwortungsgefühl beizubringen - in der "heutigen Zeit wichtige Eckpfeiler der Gesellschaft", bringt es Dormagen auf den Punkt.

In der gesamten Woche herrschte ein tolles Arbeitsklima. "Man hatte Spaß und die Kinder blühten regelrecht bei den einzelnen Aufgaben auf", berichtet Sperlich. Von Dienstag bis Donnerstag gab es Trainings in Einzelgruppen, wobei großer Wert darauf gelegt wurde, dass jeder Jahrgang in den Gruppen vertreten war. Schüler, die sich sonst nicht begegnet wären, wurden hier zusammengeführt und lernten klassenübergreifend voneinander.

Die neunjährige Melina fand die Exkursion in die Zirkuswelt "einfach nur schön", wie sie sagt. Diese Empfindungen teilen auch Eltern und Lehrer. "Es gab nicht einmal Probleme oder Ärger", zeigt sich Mutter Iris Merkuda zufrieden, die selbst die gesamte Projektwoche zugegen war. Diese Begeisterung bei den Eltern sei wesentlich für das gute Gelingen einer solchen Projektwoche, denn freiwillige helfende Hände würden immer benötigt, sagt Dormagen, die sich über die zahlreiche Unterstützung seitens der Eltern freute. Dass die Eltern wichtiger Bestandteil waren, zeigte sich besonders beim Aufbau des Zirkuszeltes, welches in nur zwei Stunden aufgestellt war, und bei der "Erwachsenen-Show für die Kinder", wo zunächst die Lehrer und vor allem die Eltern ihren Kindern Akrobatikdarbietungen und andere Kunststücke präsentierten, um den Kindern eine Idee zu geben, was alles ein Zirkus möglich macht.

Im Vorfeld der Zirkuswoche hatte der Förderverein die nötigen finanziellen Mittel beschafft, um den Zirkus nach Bergheim zu holen. Denn allein aus dem Erlös aus dem Verkauf von Getränken und Speisen sowie der über 1400 verkauften Eintrittskarten konnte die Projektwoche, die mehrere tausend Euro kostete, nicht finanziert werden. Daher sei die Grundschule auf Spenden genauso wie auf die ehrenamtliche Unterstützung der Eltern und Ehemaligen angewiesen, betont Dormagen.

Der Circus Sperlich will 2018 wieder zur Grundschule Auf dem Berg kommen, damit die künftige Schülerschaft, die jetzt noch im Kindergarten ist, auch ihre eigenen Erfahrungen mit der Zirkuswelt machen kann. Der Plan der Schulleitung ist, dass jedes Schulkind, das die Grundschule besucht, einmal in seiner Grundschulzeit die Zirkusprojektwoche miterleben darf.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Duisburg: Grundschüler machen jede Menge Zirkus


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.