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Duisburg
Gute Nachrichten zur Mercatorhalle

Die Mercatorhalle - vom Bau bis zur Schließung
Die Mercatorhalle - vom Bau bis zur Schließung FOTO: studio47
Duisburg. Am 11. Juli kehren die Philharmoniker in den Konzertsaal zurück, wenn auch zunächst nur, um die Akustik zu testen. Die Sanierungsarbeiten liegen voll im Zeitplan. Von Hildegard Chudobba

Gestern wurde die Mercatorhalle wieder mal kräftig eingeräuchert, um zu schauen, ob die neuen Entrauchungsanlagen einwandfrei funktionieren, was bislang der Fall war. Weithin waren die Rauchwolken zu sehen, die minutenlang aus dem Gebäude quollen. Der Rauch war schneeweiß. Von Papstwahlen wissen wir, dass dies mit einer guten Nachricht verbunden ist.

Der "Baubegleitende Projektausschuss CityPalais", der nach der Entdeckung der zahlreichen gravierenden Mängel vor fünf Jahren reaktiviert worden war, wird bei seiner nächsten Sitzung am kommenden Donnerstag, 16. Juni, eine Menge positiver Nachrichten zur Kenntnis nehmen können. Das beginnt mit der Einhaltung des Zeitplans und endet mit dem Hinweis, dass am 11. Juli die Philharmoniker testen werden, ob die Akustik in dem umgebauten Großen Saal (mindestens) so gut ist wie in dem alten.

Inzwischen belaufen sich die Kosten für die Sanierung auf fast elf Millionen Euro, gerechnet wird am Ende mit 16 Millionen Euro - der Betrag für entgangene Vermietung/Nutzung nicht eingerechnet. Unterm Strich dürfte die Sanierung so teuer werden wie seinerzeit der Innenausbau mit 40 Millionen Euro. Vorerst muss die Stadt dafür gerade stehen.

Doch sie kann sich berechtigte Hoffnungen machen, dass sie bei den noch anstehenden Gerichtsverfahren gegen die bauausführenden Firmen zumindest einen Teil erstattet bekommt. Auch ist noch immer nicht geklärt, wann und inwieweit der von der Stadt beauftragte Mitarbeiter zur Verantwortung gezogen werden kann, der für die Mercatorhallen-Baustellen verantwortlich zeichnete und dem vorgeworfen wird, seinerzeit mit den bauausführenden Firmen gemeinsame Sache gemacht zu haben. Ohne dessen Dazutun wäre der Pfusch am Bau in diesem Ausmaß nicht möglich gewesen, hatte es nach der Schließung geheißen.

Bekanntlich hatten die Duisburger an der neuen Mercatorhalle, eröffnet im April 2007, nur vier Jahre Spaß. Als eine seiner ersten Amtshandlungen tat OB-Sören Link vor vier Jahren das einzig Richtige, als das Ausmaß der Baumängel bekannt wurde. Er ließ 2011 von jetzt auf gleich die Halle sperren, weil deren Brandschutz mangelhaft war. Nach und nach entdeckten die Prüfer dann immer mehr Schlampigkeiten, Versäumnis und bewusst produzierte Mängel, die eine schnelle Wiedereröffnung unmöglich machten. So stellte sich beispielsweise heraus, dass der komplette Rang "absturzgefährdet" war und eine völlig neue Unterkonstruktion eingebaut werden musste. Dass die Stufen zu den oberen Plätzen ungleichmäßig hoch und darum Stolperfallen waren, das war da schon eher eine "Kleinigkeit".

Inzwischen sind die Wandverkleidungen des Großen Saals so gut wie neu, die im oberen Rang sind bereits vollständig überarbeitet-. Alle Arbeiten an der abgehängten Decke sind abgeschlossen. Dazu zählt vor allem die Herstellung zusätzlicher Öffnungen, um im Brandfall einen ordnungsgemäßen Abzug von Rauch zu gewährleisten.

In einer Stellungnahme für die Mitglieder des Ausschusses wird erläutert, dass in beiden Foyers die Arbeiten für den Brandschutz weitgehend beendet sind. "Die Entrauchungsanlage mit zwölf Entrauchungsventilatoren und den Nachströmöffnungen, bestehend aus Lamellenfenstern an der West- und Südfassade, sind eingebaut", heißt es darin und auch, dass die Anlage bereits (erfolgreich) getestet wurde.

Zur Zeit werden noch sicherheitsrelevante Einbauten geprüft. Fertiggestellt werden bis Ende Juli auch die Technikräume für den großen Saal, das Foyer und der Backstage-Bereich, sagt das zuständige Immobilien Management Duisburg (IMD) zu. Nachdem die neue Unterkonstruktion für den Rang eingebaut wurde, wird dort zur Zeit neues Parkett verlegt. Zur Akustikprobe der Philharmoniker im Juli sollen auch diese Arbeiten beendet sein. Fertiggestellt wurde, wie berichtet, auch die neue Bühnentechnik - eine wesentliche Voraussetzung, dass die neue alte Mercatorhalle am 7. September wie angekündigt von den Philharmonikern wiedereröffnet werden kann.

Quelle: RP
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