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Duisburg
Hallensanierung wird immer teurer

Die Mercatorhalle - vom Bau bis zur Schließung
Die Mercatorhalle - vom Bau bis zur Schließung FOTO: studio47
Duisburg. Die Bauarbeiten im Großen Saal der Mercatorhalle sind noch lange nicht am Ende. Und die Kosten, um alle Schäden zu begleichen, steigen immer weiter, ohne dass sich abzeichnet, wer sie letztlich tragen muss. Von Hildegard Chudobba

Immerhin: Der Kleine Saal der Mercatorhalle steht seit Jahresanfang wieder zur Verfügung. Doch was ist mit dem großen Veranstaltungsraum, der, den die meisten Bürger unserer Stadt eigentlich meinen, wenn sie von der Mercatorhalle sprechen? Offenbar ist derzeit keiner in der Lage, einen Wiederöffnungstermin zu nennen - weil vermutlich nichts peinlicher wäre als eine Ankündigung, die nicht einzuhalten ist.

Morgen werden sich wieder einmal die Mitglieder des Baubegleitenden Ausschusses in dem angrenzenden Konferenzzentrum treffen und sich über den Stand der Arbeiten informieren. Vorab sollen sie bei einem Rundgang selbst schauen, wie es auf der Sanierungsbaustelle aussieht.

Und sie werden sich mit der finanziellen Problematik befassen, die die Schließung der Halle vor drei Jahren nach sich gezogen hat. Allein der Ausfall aus Vermietung/Verpachtung hat mittlerweile eine Höhe von 13,4 Millionen Euro erreicht. Hinzu kommen die noch lange nicht verbindlich feststehenden Kosten für die Sanierung. Nach wie vor ist völlig offen, in welchem Umfang und wer für Regresszahlungen herangezogen werden kann. Bekanntlich gilt ein ehemaliger städtischer Mitarbeiter, der Projektleiter während der Bauphase war, als Hauptbeschuldigter. Er soll mit einigen Unternehmen gemeinsame Sache gemacht haben. So wurde der Brandschutz nicht wie geplant umgesetzt und es sorgten weitere erhebliche Baumängel dafür, dass der große Saal bis heute nicht benutzbar ist.

Allein für die Beseitigung der Brandschutzmängel wird nach neuestem Stand mit fast zehn Millionen Euro kalkuliert. Darin eingeschlossen sind auch Sanierungsarbeiten im Rang. Dort haben Sachverständige festgestellt, dass die gesamte Unterkonstruktion mangelhaft und nicht zu reparieren ist.

Der Neuaufbau des Ranges "wäre dann mit einem Konzept zur Optimierung der Raumlufttechnik zur Verbesserung der Raumluftqualität im oberen Rang verbunden" ist die Auffassung der Verwaltungsfachleute. Denn oben auf den Zuschauerplätzen ist es deutlich wärmer als unten im Parkett, hatten Besucher ganz subjektiv schon festgestellt, als die Halle einst noch in Benutzung war.

Mehrkosten entstehen zudem dadurch, dass die Träger der abgehängten Hallendecke verstärkt werden müssen. Fast eine viertel Millionen Euro wird es Kosten, die Mängel im Bodenbelag zu beseitigen. Das Parkett muss unter anderem mit rutschhemmendem Lack versiegelt werden. Bis zur Wiedereröffnung der Mercatorhalle wird es nötig sein, Entrauchungsanlagen im Foyer des Großen Saals und des Südfoyers einzubauen sowie Treppenhaustüren gegen solche aus Metal auszutauschen.

Bis Ende August soll auch die Obermaschinerie im Großen Saal verarbeitet worden sein, so dass dann danach erst Maler, Mauerer und andere Facharbeiter mit der Beseitigung der Spuren beginnen können.

Und erst dann, wenn die Handwerker ihr Arbeitszeug einpacken, kann mit der Bauabnahme begonnen werden - ein aufwendiges Verfahren, bei dem mit Sicherheit alle beauftragen Fachleute ganz genau hinschauen werden.

Quelle: RP
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