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Duisburg
Handwerker präsentieren ihr Können

Duisburg: Handwerker präsentieren ihr Können
Met-Brauer Markus Seitz (oben), Kettensägen-Künstler Tadek Golinczak und Korbflechter Franco Tillmann sind drei von 115 Ausstellern des Kunsthandwerkerfestivals. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Selbst hergestellter Met, Skulpturen aus Holz und Körbe - das sind nur drei von unzähligen Produkten, die an den vergangenen Tagen in Duisburg zu bewundern sind. Das Kunsthandwerkerfestival profitiert vom guten Wetter. Von Alfons Winterseel

"Wir hatten hier schon alles: Schnee, Sturm und Regen", erinnert sich Irmtraut Nüße an die Wetterkapriolen vergangener Jahre. Seit dem ersten Kunsthandwerkerfestival in Duisburg ist sie mit einem Stand vertreten. Dass sie in diesem Jahr mit viel Sonnenschein an den vergangenen vier Tagen belohnt wurde, war schon die halbe Miete. Wenn das Wetter auch noch die Kauflust der Kunden angeregt hat und möglichst viele ihrer Windräder und Windspiele aus Metall den Besitzer gewechselt haben, ist der andere Teil auch drin - und sie wird am Sonntagabend zufrieden mit ihrem VW-Bus nach Hause gefahren sein.

Mit dem 27. Kunsthandwerkerfestival hat die Freiluftsaison in der Duisburger City begonnen. Der verkaufsoffene Sonntag lockte zusätzliche Besucher an die Stände in der Innenstadt.

Sie flanierten zwischen Kuhtor und Averdunkplatz und beobachteten Kunsthandwerker bei ihrer Arbeit, bestaunten den Holzbildhauer Tadek Golinczak, wie er mittels einer wenig filigranen Kettensäge einen Baumstamm bearbeitet, um daraus im weiteren Verlauf eine seiner Skulpturen zu erschaffen. Die sind gerne tierisch, auf jeden Fall fantasievoll und manchmal auch ganz schön vollbusig. Seine Bildhauerei war in diesem Jahr sicher etwas Besonderes unter den 115 Ausstellern.

Nicht alle produzieren ihre Waren selbst wie die Korbmacher Gaby Dingels und Franco Tillmann, die ihr heimisches Domizil in den Vogesen verließen, wo sie gerne auch Gästen in Workshops das Korbflechten beibringen. "Auch heute muss man noch eine dreijährige Lehrzeit absolvieren, um das Handwerk zu lernen", erzählt sie gerne den Besuchern, die sie bei ihrer Arbeit beobachten und die Handys zücken, um ein Foto machen. Junge Leute interessierten sich zwar kaum noch für diesen Beruf, aber meist seien es Twens oder noch ältere, die gerne das Korbflechten auf dem zweiten Bildungsweg erlernen würden.

Kein Kunsthandwerkerfestival ohne Imbissstand. Die Duprés sind schon lange dabei, nach den Eltern sind nun die Söhne René und André die Chefs am Grill und hatten gute Nachrichten für alle hungrigen Besucher: "Ohne Bratwurst muss niemand nach Hause gehen. Und die kostet in diesem Jahr genauso viel wie im letzten: drei Euro." Auf trendige Imbiss-Experimente lassen sie sich übrigens nicht ein. Sie bleiben dem Motto ihres Vaters Willi treu, das da lautet: "Pommes, Currywurst geht immer!"

Getränke der besonderen Art bietet "Der Obstler" Markus Seitz an: Rund 50 verschiedene Beerenweine und Liköre hat er im Angebot, 30 bis 40 weitere Sorten lagern zu Hause in Hoya. "Alles - außer Trauben" stecke in seinen Produkten, die er auf den Märkten verkauft. Denn er ist überzeugt: "Wein aus Trauben, das kann jeder..."

Zum ersten Mal sind Agnes Kuhlen und ihr Mann Fabian auf dem Kunsthandwerkerfestival in Duisburg. Sie produzieren unter anderem Stempel aus Flugzeugsperrholz. Die filigranen Schriftzüge werden mittels Laubsäge erstellt, die von einem Elektromotor angetrieben wird.

Sie versprechen eine lange Haltbarkeit ihrer Produkte, die nicht nur Kinder ansprechen. "Unser eigener Firmenstempel wurde bestimmt schon 40.000 Mal benutzt", erklärt der gelernte Schreiner dem staunenden Besucher.

Wer es in diesem Jahr nicht zum Kunsthandwerkerfestival geschafft hat, sei getröstet: Einige Stände findet man demnächst auch auf anderen Märkten in Duisburg. So wie den von Irmtraut Nüße: "Wir kommen auch zum Marinamarkt." Und der ist am kommenden Wochenende.

Quelle: RP
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