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Duisburg
Hans-Jürgen Vorsatz im Künstlerhaus

Duisburg. Der Bildhauer Hans-Jürgen Vorsatz ist geborener Düsseldorfer, aber Duisburger mit Leib und Seele. Seit 1979 Jahren lebt und arbeitet er im Künstlerhaus an der Goldstraße 15, seine großen Skulpturen findet man im Foyer des Arbeitsamtes ebenso wie vor der Verwaltung der Stadtwerke, im Gerichtsgebäude oder vor der Thyssen-Krupp Verwaltung in Hamborn. Eine ganze Nummer kleiner sind die Arbeiten, die er jetzt im Rahmen einer Ausstellung in der Galerie des Künstlerhauses zeigt. Von Alfons Winterseel

Unter dem Titel "Skulpturen und Wandarbeiten" hat der heute 71-jährige Künstler Arbeiten ausgesucht, die aus verschiedenen Epochen seines Schaffens stammen. "Die Globalisierung hat in einem dermaßen rasanten Tempo zugelegt, dass "wir", die Menschen, dem fast gar nichts mehr entgegenzusetzen haben." Dies wolle er mit seinen Skulpturen und Wandarbeiten aufzeigen.

In seinen Arbeiten reflektiert Hans-Jürgen Vorsatz das Zeitgeschehen und was Ereignisse wie "9/11" oder die Nachrichten über den Tod Tausender Flüchtlinge im Mittelmeer mit ihm machen. Er ist dabei nicht anklagend, sondern beschreibend, indem er die emotionalen Erschütterungen, die bei ihm dadurch verursacht werden, künstlerisch auf den Punkt bringt. Nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, aber so immer den zweiten Blick fordernd.

Die Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit zeigen sich in den Arbeiten "Fluchtpunkte" sehr deutlich, demonstriert, wie die sogenannte "westliche Welt" sich in Gefahr sieht und den Zufluss aus den sogenannten Drittländern unserer Welt abblockt, schreibt er zu seiner Ausstellung. Und diese Abschottung zeige sich wiederum in der Arbeit "Kreuz des Lebens", in der sich alles auflöse und nur das Kreuz die Hoffnung offen lasse, die Kulturen dieser Welt einander näher zu bringen. In einem Zyklus von etwa fünf Jahren, so Jürgen Vorsatz rückblickend, habe er immer wieder Veränderungen erlebt. Doch seiner "Bildsprache" ist er dabei treu geblieben. Wie eine Seismograph des Weltgeschehens reagiert er in seinen Arbeiten. Welches Material er dazu nutzt, ist manchmal Zufall, welche Aussagen seine Arbeiten Jahre nach ihrer Entstehung machen, unterliegt manchmal auch dem Wandel der Zeit. "Manche Arbeit ist aus anderen Ideen entstanden als ich sie heute sehe." "Vielleicht ist dies das Haus, in dem ich lebte als ich weder existierte noch Erde besaß" ist ein Zitat aus Pablo Nerudas "Chiles Steine". Ein Satz, so der Künstler, "der mich seit vielen Jahrzehnten in meiner künstlerische Aussage begleitet". Ein Satz, der einen zweiten Blick auf die Dinge erfordert, so wie seine Arbeiten. Die Ausstellung "Skulpturen - Wandarbeiten" im Atelierhaus der Stadt Duisburg (Goldstraße 15) dauert vom 5. Mai bis zum 11. Juni. Eröffnung ist am 5. Mai um 19 Uhr. Geöffnet im Mai an den Sonntagen von 12 bis 18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter 0171 - 287 78 56.

Quelle: RP
 
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