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Duisburg
Harald Martenstein liest zum "ruhrspott"-Start

Duisburg. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "ruhrspott" des Literaturbüros Ruhr finden drei der insgesamt elf Lesungen in Duisburg statt. Weitere Veranstaltungsorte sind in Dortmund, Essen, Gladbeck und Mülheim. Anders als man beim Titel der Veranstaltungsreihe glauben könnte, stehen aber nicht nur ruhrgebietsverbundene Komik und Satire auf dem Programm. Von Alfons Winterseel

Gerd Herholz, wissenschaftlicher Leiter des Literaturbüros, betont in seinem Vorwort: "Um aber nicht allein im Ruhr-Saft komisch zu schmoren, haben wir auch Literaten zu Gast, die in ihrer eigenen metropolen bis metropopeligen Heimat deren Alltagsleben, Größenwahn und Sonntagsreden aufs Korn nehmen." Harald Martenstein, vor allem durch seine Kolumnen im ZEIT-Magazin bekannt, liest am Donnerstag, 24. September, in Duisburg aus seiner Enthüllungsreportage "Schwarzes Gold aus Warnemünde". (20 Uhr, Konferenzzentrum "Der kleine Prinz", Schwanenstraße 5-7). Er zeichnet darin ein fiktives Bild der DDR, die im Herbst 1989 keine friedliche Revolution erlebt, sondern auf ein reiches Erdölvorkommen in der Ostsee stößt. 25 Jahre später ist sie zum reichsten Land der Welt aufgestiegen und feiert 25 Jahre Erdölsozialismus - beneidet von den Brüdern und Schwestern im armen Westen. Wilhelm Genazino und Gabriele von Arnim sind am 23. Oktober Gäste der neuen Zentralbibliothek an der Steinschen Gasse (20 Uhr). Unter dem Titel "Tarzan am Main - Spaziergänge in der Mitte Deutschlands" fragt sich Genazino, warum Touristen aus dem Ausland lieber nach Berlin, München und vielleicht noch nach Köln reisen, um sich ein Bild von Deutschland zu machen und nicht nach Duisburg, Dortmund oder eben Frankfurt. Und so machte er sich auf, um die "wirkliche Mitte Deutschlands zu erkunden". Die dritte Duisburger Veranstaltung im Rahmen der Reihe trägt den Titel "Jimi Hendrix live in Lemberg". Andrej Kurkow liest aus seinem gleichnamigen Roman, der in der Vielvölkerstadt im Westen der Ukraine spielt und in der mehr als merkwürdige Dinge vor sich gehen. Versprochen wird ein "Feuerwerk von unglaublichen und skurrilen Einfällen", bei denen es u.a. um gealterte Hippies geht, die sich nachts auf einem Friedhof um ein geheimnisvolles Grab versammeln. (5. November, 20 Uhr, Lokal Harmonie, Harmoniestraße 41 in Ruhrort). Anschließend spricht Gerd Herholz mit dem Autor.

Info unter www.literaturbuero-ruhr.de oder www.ruhrspott.com

Quelle: RP
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