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Duisburg
Harmonie durch Philharmoniker

Duisburg. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, an einem Abend gleich vier Werke für westliches Orchester von je einem zeitgenössischen chinesischen Komponisten zu erleben? Die Duisburger Philharmoniker machten das jetzt möglich, mit ihrem Konzert "Die neue Seidenstraße" im Theater am Marientor (TaM). Von Ingo Hoddick

Im Mittelpunkt stand die Deutsche Erstaufführung von "Da Ton Song" von dem 1938 geborenen Kong Xiangkai, einem Nachfahren in 75. Generation von Kong Fu Zi ("Konfuzius"), einem der bedeutendsten Denker Chinas. Dieser will die Harmonie mit der ewigen Weltordnung durch rechtes Verhalten erreichen: Treue gegen sich und andere, Selbstlosigkeit, Menschlichkeit, Rechtschaffenheit, Schicklichkeit, Weisheit und Aufrichtigkeit. Den Weg hierzu sah Konfuzius besonders in der Bildung, und der aus seinen Lehren entstandene Konfuzianismus fand dies in der Achtung des Ererbten, der Riten und auch der Musik.

Das kurze, kraftvolle und erhabene Werk, mit klaren Farben neu eingerichtet für Sinfonieorchester von Evelyn Klaunzer, wurde hier gerahmt von zwei eher konventionellen und zum Teil fast trivialen Stücken. Das eine war "Han Tune" von Fu Jiangning, über die "Erkennungsmelodie" der traditionellen Hubei-Oper aus jener mittelchinesischen Provinz, deren Hauptstadt Wuhan ist, seit 1982 Duisburgs Partnerstadt. Das andere war "Qiao's Grand Courtyard Suite" für Chor und Orchester von dem 1945 geborenen Zhao Jiping: entstanden aus der Musik zu einer Fernsehserie - dafür ziemlich anspruchsvoll, für den Konzertsaal aber etwas dünn in der Substanz.

Viel seelentiefer wurde es dann nach der Pause mit der einstündigen "Chu Symphony" von dem 1955 geborenen Ye Xiaogang, über die Landschaft, Geschichte und kulturelle Entwicklung von Hubei. Es geht darin mehr um den perkussiven und vor allem meditativen Aspekt der chinesischen Musik. Dabei waren auch zwei Kopien historischer Bronzeglocken aus Wuhan, sie wiegen 100 und 170 Kilogramm.

Die Sopranistinnen Monika Rydz (bei Ye, unglaublich konzentriert) und Liu Chang (bei Zhao, etwas kandiert) und die vier Personen an traditionellen chinesischen Instrumenten, der Philharmonische Chor Duisburg und nicht zuletzt die glänzend klar klingenden Duisburger Philharmoniker unter der Leitung des aus Singapur stammenden James Liu, erstklassiger Chefdirigent des Philharmonischen Orchesters Wuhan, gaben ihr Bestes.

Quelle: RP
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