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Duisburg
HKM: Manche fürchten um ihren Job

Duisburg: HKM: Manche fürchten um ihren Job
Die Hüttenwerke aus der Luft: Hier muss in den nächsten Jahren viel investiert werden. Allerdings ist auch Unterstützung durch die EU notwendig, damit sich Werke wie HKM gegen Billig-Stahl, zum Beispiel aus Fernost, auf Dauer behaupten können. FOTO: Hans Blossey
Duisburg. Viele HKM-Mitarbeiter sind beunruhigt. Die Absatzeinbrüche in der Stahlbranche und die von der EU geforderte CO2-Abgabe, die die Unternehmen finanziell belasten, bereiten ihnen Sorgen. Manche fürchten um ihren Job. Von Gabriele Beautemps

"Einige sprechen schon von einem zweiten Rheinhausen", sagt Ralph Winkelhane. Der Vorsitzende der IG-Metall-Vertrauensleute bei HKM will nun möglichst viel Öffentlichkeit schaffen für die Probleme im Werk an der Ehinger Straße. Als Vertrauensmann ist er neben dem Betriebsrat Ansprechpartner für die Beschäftigten. "Viele haben schlicht Angst. Gerade hier im Süden arbeiten zum Teil zwei, drei Leute aus einer Familie bei HKM. Wenn die Jobs in Gefahr sind, wäre das eine Katastrophe für die ganze Familie", sagt Ralph Winkelhane. Aktuell sind rund 3300 Mitarbeiter im HKM-Werk im Süden beschäftigt. "Es geht ja nicht allein um unsere Leute. Da hängt ja noch eine Riesenkette dran." Winkelhane erwähnt in diesem Zusammenhang die Arbeitsplätze in der verarbeitenden Industrie, aber auch den Einzelhandel und all die Projekte, die HKM seit Jahren finanziell unterstützt, sowohl Schulen als auch den Zoo. "Wir dürfen uns nicht zu sehr ängstigen. Angst ist immer ein schlechter Berater", versucht Winkelhane, seine Kollegen zu beruhigen. Allerdings räumt auch er ein, dass "die Lage so ernst ist wie schon lange nicht mehr". Ende Januar verteilten Stahlarbeiter Flugblätter in der Duisburger Innenstadt. Im April ist eine Demo auf der Brücke der Solidarität geplant. Winkelhane fuhr mit Ulrich Kimpel, dem Betriebsratsvorsitzende des Hüttenheimer Werks, zu Gesprächen mit EU-Parlamentariern nach Brüssel. Er knüpfte beim Vertrauensleute-Tisch in der Hüttenschänke Kontakte zu den örtlichen Landes- und Bundestagsabgeordneten.

Der Gewerkschafter hält die geplante EU-Umlage für unfair: "Wir produzieren weltweit den saubersten Stahl. Eine weitere Verlagerung nach China, weil's hier zu teuer wird, würde der Umwelt viel mehr schaden." Der Duisburger hofft auf Unterstützung der EU-Politiker, sprach in Brüssel mit Reinhard Bütikofer von den Grünen.

"Bisher waren die Arbeitsbedingungen und das Betriebsklima bei HKM sehr gut. Wir werden dafür kämpfen, dass das so bleibt", sagt Winkelhane. Im September müssen 125 Millionen Euro in den Ofen B gesteckt werden, so der Vertrauensmann. Ofen A sei 2020 dran. Er hofft, dass das Geld dann tatsächlich investiert wird. Denn das Werk sei nur mit zwei laufenden Öfen rentabel. Und nur ein rentabler Betrieb hat eine Zukunft.

Quelle: RP
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