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Duisburg
Hubertuskapelle für 440.000 Euro saniert

Duisburg. Wer über die neue Umgehungsstraße B8n fährt, kann die kleine weiße Kapelle bei Gut Großwinkelhausen auf der Strecke zwischen Froschenteich und dem Beginn der A59 gut im Vorbeifahren erkennen. Doch zur Kapelle haben sich lange Zeit nur wenige Menschen verirrt, und sie wäre womöglich weiter unbeachtet geblieben und zunehmend zerfallen, wenn sich nicht 2013 ein engagierter Förderverein gegründet hätte. Dieser hat das Ziel, sich für den Erhalt und die Sanierung der Kapelle stark zu machen. Von Julia Brabeck

Das kleine Gotteshaus an der Stadtgrenze Duisburg-Düsseldorf, das sich im Besitz der Stadt Düsseldorf befindet und unter Denkmalschutz steht, war damals in keinem guten Zustand. Doch wie schlecht es tatsächlich um das Gebäude stand, stellte sich erst im Verlauf der Bauarbeiten heraus. Das Dach und der Dachreiter waren durch eingedrungene Feuchtigkeit von Schimmelpilz befallen und mussten komplett abgebaut werden. Dabei wurden erhebliche Schäden an den Giebelwänden festgestellt. Die ursprünglich geschätzten Kosten von 100.000 Euro stiegen nach und nach auf schließlich 440.000 Euro an.

Nun sind die Arbeiten abgeschlossen, und mit einem Wortgottesdienst und einer Segnung wurde die Hubertus-Kapelle jetzt eingeweiht. "Wir sammeln aber weiterhin Spenden, denn wir wollen für eine Innenausstattung mit Bänken und eine Verschönerung des Außenbereichs sorgen", sagt Andreas Auler, Vorsitzender des Fördervereins.

Die Kapelle hat eine lange Geschichte. Sie wurde im 17. Jahrhunderts am Ende einer Allee errichtet, die auf das Torhaus von Gut Großwinkelhausen ausgerichtet ist. Dabei handelt es sich um einen weiß gestrichenen einfachen Backsteinbau mit einem kleinen Glockenturm auf dem Dach und dem Allianzwappen der Familie Winkelhausen und Waldbott von Bassenheim über dem Eingangsportal. "Sie wurde ursprünglich von Jagdgesellschaften genutzt, die sich vor oder nach der Jagd hier versammelten", sagt der Vorsitzende. Heute ist sie das einzige auf dem Düsseldorfer Stadtgebiet erhaltene Beispiel der früher häufig zu findenden Burgkapellen vor mittelalterlichen oder barocken Rittersitzen. Bis in das 19. Jahrhundert hinein führte die Fronleichnamsprozession der Pfarre St. Remigius nach Winkelhausen. Bittprozessionen finden dort bis zum heutigen Tag statt.

Quelle: RP
 
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