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Duisburg
Huckingen: Ein Stadtteil mit vielen Facetten

Duisburg. Gestern wurde im Steinhof das dritte Huckinger Heimatbuch vorgestellt. Bei Geschichtsforschungen wurde entdeckt, dass noch so manche Ungereimtheiten klargestellt werden mussten. Das Heimatbuch kostet 19 Euro. Von Volker Poley

Gestern stellte der Huckinger Bürgerverein sein nunmehr drittes "Huckinger Heimatbuch" vor. Neben zahlreichen heimatgeschichtlich interessierten Bürgern waren auch die Haupt-Sponsoren des 320 Seiten starken "Geschichtsbuchs" - Vertreter von HKM, der Sparkasse Duisburg und des Malteser Krankenhauses - bei der Präsentation im Steinhof zugegen.

Auch wenn die Huckinger in der Vergangenheit bereits zwei Heimatbücher veröffentlicht haben, ist laut Dietmar Ahlemann, der in erster Linie für den dritten Band verantwortlich zeichnet, "noch lange nicht alles abgehandelt". Das wurde schon bei der Vortragsreihe, die die facettenreiche Huckinger Geschichte zum Thema hatte und im Vorjahr auf großes Interesse gestoßen war, deutlich.

Der Düsseldorfer Unternehmensberater, der mit seiner Familie seit 2004 in Huckingen wohnt und sich von Beginn an für die Ortsgeschichte seiner neuen Heimat interessierte, stieß bei manchen bereits behandelten historischen Themen auf Ungereimtheiten, die ihn zu eigenen, neuen Recherchen veranlassten. "Da war schon das eine oder andere klarzustellen", so der zweifache Familienvater, der für seine Forschungsarbeit unter anderem das Adelsarchiv von Schloss Heltorf, das Landesarchiv NRW und das Mannesmann-Archiv bemühte.

Das neue Heimatbuch vertieft noch einmal die neu gewonnen Erkenntnisse, Quellen werden genannt und das Ganze seriös und "historisch abgesichert" präsentiert. Für den Bürgervereinsvorsitzenden Rolf Peters ist der "Hobby-Historiker" Dietmar Ahlemann ein "wahrer Glücksfall". Durch ihn wird die Aufarbeitung der Huckinger Geschichte - ein Markenkern des örtlichen Bürgervereins - fortgesetzt, die zuvor bereits von etlichen Mitstreitern mit großem Engagement betrieben wurde.

Zu ihnen gehörte auch der 2014 verstorbene "Steinturm-Experte" Bernd Braun, der die mit Dietmar Ahlemann begonnene Arbeit an dem nun veröffentlichen Heimatbuch nicht mehr zu Ende bringen konnte. Die neuen Erkenntnisse zur Huckinger Geschichte beruhen aber nicht nur auf Ahlemanns akribisch durchgeführten Recherchen, auch viele Gastautoren steuern mit ihren Beiträgen Erhellendes zu den unterschiedlichen Themenbereichen bei. Dazu gehören auch die bei der Buchvorstellung anwesenden Geologie-Expertin Renate Gerlach, die seit 1984 im Duisburger Süden forscht und die viele Ausgrabungen auf Huckinger Gebiet begleitet hat, und die Stadt-Archäologen Brigitta Kunz.

Im Jahr 2011 begann Ahlemann mit den Arbeiten für das neue Heimatbuch, im Jahr 2014 musste durch den Tod Bernd Brauns, der bis dahin wesentlich an den Vorarbeiten beteiligt war, alles noch mal neu strukturiert werden. Anfang dieses Jahres war das Heimatbuch im Roh-Entwurf fertig, danach begannen die nicht zu unterschätzenden Formatierungs- und Korrektur-Arbeiten.

Im September wurde dann die erste Auflage des Buchs gedruckt, rechtzeitig genug, um Weihnachten auf manchem Huckinger Gabentisch zu liegen. Ob die 500 Exemplare allerdings ausreichen werden, scheint bei der großen Nachfrage, die bereits bei der Präsentation herrschte, eher fraglich. Langweilig werden die vielen Abende, die mit den Geschäftsreisen von Dietmar Ahlemann verbunden sind, auch in Zukunft nicht werden. Das nächste Projekt, ein Buch über die Huckinger Höfe ("Das konnte Bernd Braun leider nicht mehr zu Ende bringen") hat der rege Geschichts-Experte bereits im Visier.

Quelle: RP
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