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Duisburg-Hüttenheim
Warum am Mittwoch Tausende zur Stahl-Demo kommen

Thyssenkrupp-Arbeiter demonstrieren in Duisburg
Thyssenkrupp-Arbeiter demonstrieren in Duisburg FOTO: dpa, ve nic
Duisburg. Mehrere tausend Demonstranten werden am Mittwoch in Duisburg-Hüttenheim zu einer Großkundgebung gegen den drohenden Abbau von Stahl-Jobs bei Thyssenkrupp erwartet. Ein Überblick zum Ablauf und den Fakten rund um die Veranstaltung.

Warum wird demonstriert?

Der Industriekonzern Thyssenkrupp hatte Anfang April für in den nächsten drei Jahren Einsparungen in Höhe von 500 Millionen Euro angekündigt – und damit für große Unruhe bei den Stahlkochern gesorgt. Denn die Sparziele möchte das Unternehmen unter anderem durch die Senkung von Personalkosten im Bereich Grobblech erreichen. Die Schließung von Teilanlagen ist geplant.

Grobblech wird an den Standorten in Duisburg-Hüttenwerk und Bochum gefertigt. Hier rechnet der Betriebsrat mit massiven Einschnitten. Sorgen bereitet den Stahlkochern aber nicht nur das angekündigte Sparprogramm, sondern auch eine mögliche Fusion mit dem indischen Konkurrenten Tata. Der Betriebsrat fürchtet, dass auch das zu Personalabbau führen könnte.

Wie viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel?

Im Werk im Duisburger Süden (1300 Mitarbeiter) sind nach Schätzungen des Betriebsrats rund 350 Stellen bedroht. Eventuell aber noch mehr. Denn für 600 bis 700 gebe es noch keine Zusagen. Grundsätzlich sieht der Betriebsrat aufgrund des angekündigten Sparprogramms von 500 Millionen mehrere tausend Arbeitsplätze in Gefahr. Davon seien alle Standorte von Thyssenkrupp betroffen.

Mit der Großkundgebung vor dem Tor 9 in Duisburg-Hüttenheim wollen am Mittwoch die Beschäftigten der Stahlsparte gegen die befürchteten Einschnitte protestieren. Am folgenden Tag berät der Aufsichtsrat der Stahlsparte bei einer Sitzung über das angekündigte Sparprogramm. Beschlüsse werden von dem Treffen jedoch nicht erwartet.

Wie viele Demonstranten werden erwartet?

Die IG Metall rechnet mit mindestens 5000 Teilnehmern. Die Mannesmannstraße wird dann zum großen Bus-Parkplatz werden, wenn Stahlarbeiter aus Werken zwischen Osnabrück und Andernach anreisen, aber auch von allen Duisburger Werken und von anderen Thyssen-Krupp-Steel-Standorten sowie weiteren Konzerntöchtern außerhalb der Stahlsparte. Straßen-Sperrungen wird es nach Angaben der Polizei wegen der Demonstration nicht geben. 

Wie soll die Veranstaltung ablaufen?

Die Kundgebung beginnt um 12 Uhr. Als Redner zugesagt haben der frühere IG Metall-Chef und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von Thyssen-Krupp Steel, Detlef Wetzel, die Betriebsratsvorsitzenden Günter Back und Werner von Häfen, Oberbürgermeister Sören Link und sein Dortmunder Amtskollege Ulrich Sierau sowie der DGB-Bundesvorsitzende Reiner Hoffmann. Für den Hintergrund sorgt die Roadshow der IG Metall mit Groß-Leinwand und aufblasbaren XXL-Figuren. Mit Musik dabei ist Trionova um Jupp Götz. Politiker sind nach Angaben der IG Metall als Unterstützer willkommen, Wahlkampfauftritte werde es aber nicht geben.

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